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"In den USA bleiben die Börsen am Montag geschlossen, was das bevorstehende Wochenende noch länger macht und damit das Risiko einer Eskalation im Nahen Osten erhöht", stellte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets, fest.
Der Euro-Stoxx-50 stieg zu Mittag um 0,78 Prozent auf 6.006,69 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 0,85 Prozent fester bei 24.815,19 Zählern. Außerhalb der Eurozone notierte der britische FTSE-100 um 0,4 Prozent höher mit 10.484,80 Zählern. Der schweizerische SMI stand zuletzt 0,32 Prozent fester mit 13.489,75 Punkten.
Trotz der leichten Gewinne blieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, skeptisch. "Mit jeder Woche, in der es keinen diplomatischen Fortschritt bei der Beendigung des Irankriegs gibt, verdüstern sich die Schatten, die der Konflikt über die weltweiten Kapitalmärkte wirft", so Kater. "Die vorherrschende geopolitische Einschätzung der Finanzmarktteilnehmer lautet bisher, dass die Lieferketten wiederhergestellt sein würden, bevor eine physische Angebotsknappheit einsetzen würde." In der ablaufenden Handelswoche hätten die Investoren von dieser Zuversicht noch nicht abgelassen.
Technologiewerte profitierten weiterhin von den guten Quartalszahlen von Nvidia sowie guten Vorgaben aus Asien. "Die Themen KI und Halbleiter bleiben die maßgeblichen Zugpferde", so Lipkow. Aktien des Halbleiterausrüsters ASML kletterten um knapp drei Prozent, STMicroelectronics stiegen um 3,5 Prozent.
Ölwerte verloren dagegen trotz der weiterhin hohen Ölpreise leicht an Boden. Nach Ansicht von Ricardo Evangelista, Analyst beim Broker ActivTrades, dokumentierte sich darin die Hoffnung, dass sich doch noch ein Weg für eine Normalisierung der Lage im persischen Golf und der Öllieferungen aus der Region findet. Nach iranischen Angaben sollen in den vergangenen 24 Stunden 35 Schiffe die für den Energiehandel wichtige Straße von Hormuz passiert haben.
Aktien von Richemont vermochten anfängliche Gewinne nicht zu halten und drifteten knapp ins Minus. Der Schmuck- und Uhrenkonzern hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März) etwas mehr umgesetzt. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem vom Schmuckgeschäft, während der Uhrenverkauf weiter schwächelte. Zudem kündigte der Konzern ein neues Programm zum Rückkauf von bis zu 10 Millionen 'A'-Aktien ab dem 26. Mai an. Marktteilnehmer bemängelten allerdings die relativ luftleeren Aussagen des Managements zur weiteren Entwicklung.