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Am Ölmarkt lag der Preis der Referenzsorte Brent zuletzt bei knapp 106 US-Dollar und damit etwa auf dem Niveau vom europäischen Handelsschluss am Donnerstag. Freitagfrüh war der Preis zwischenzeitlich noch auf fast 110 Dollar geklettert. "Wenn die Ölpreise und Anleiherenditen nicht vom Berg zurückkommen, muss die Risikoprämie ihnen nachsteigen", erklärte Marktexperte Stephen Innes den "Makro-Stress", den die Anleger nicht mehr so leicht ignorieren könnten. Was er meint: Aktien werden im Vergleich zu vermeintlich sichereren Anlagen unattraktiver und die Investoren müssen sich den veränderten Risiken anpassen, auch durch Abbau von Aktienpositionen.
Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed ein ähnlicher Schritt befürchtet. Umso wichtiger werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt.
Mit Blick auf die Branchen verzeichneten am Berichtstag die Finanzwerte, also sowohl Banken als auch Versicherer, die größten Zuwächse. Die größten Abgaben gab es in Chemie- und Rohstoffwerten. Insgesamt blieben die Kursveränderungen aber in beide Richtungen vergleichsweise moderat.
Impulse lieferten auch Analystenkommentare. So warf die skeptische Einstufung von Morgan Stanley die Aktien von Novo Nordisk auf das tiefste Niveau seit Juni zurück. Die Papiere des dänischen Spezialisten für Diabetes- und Abnehmpräparate verloren gut 2,9 Prozent. Morgan-Stanley-Experte Thibault Boutherin hatte sie auf "Underweight" abgestuft. Die Bewertung der Novo-Aktie spiegle mittelfristig maue Wachstumsperspektiven noch nicht angemessen wider, schrieb er. Gleiches gelte für die Bedeutung des näher rückenden Patentauslaufs von Semaglutid Anfang der 2030er-Jahre. Novo erziele immerhin 2026 Dreiviertel seiner Umsätze mit dem Wirkstoff. Die gut laufende Abnehmpille werde den Gegenwind für die Dänen nicht gänzlich kompensieren können.