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Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte sanken die Preiserwartungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Besonders bei den energieintensiven Unternehmen ging der Indikator deutlich zurück. Dienstleister und Handelsunternehmen reduzierten ihre Preiserwartungen ebenso wie die Industrie.
Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Firmen, die vor dem 10. Juli und danach geantwortet haben: An diesem Tag flammte der Konflikt am Persischen Golf erneut auf, was die Ölpreise steigen ließ. "Nach dem Ereignis waren die Preiserwartungen der Unternehmen deutlich höher als zuvor", betonten die Forscher. Im Vergleich zum Juni planen Dienstleister und Bauunternehmen, die nach dem Wiederaufflammen geantwortet haben, sogar häufiger mit steigenden Preisen. In Industrie und Handel fielen die Preispläne zum Juni hingegen leicht. In der Gesamtwirtschaft sind sie etwa gleich hoch geblieben. "Insgesamt hält der Aufwärtsdruck bei den Preisen an und dürfte mit zunehmender Dauer des Konflikts steigen", sagte Wibault.
Die Inflationsrate dürfte im Juli wieder gestiegen sein, nachdem der staatliche Tankrabatt ausgelaufen ist. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen sagen einen Anstieg auf 2,7 Prozent voraus, von 2,3 Prozent im Juni. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu am Nachmittag eine erste offizielle Schätzung. Auch die Bundesbank gibt noch keine Entwarnung. "Die Inflationsrate dürfte von dem gegenwärtig immer noch erhöhten Niveau aus in den kommenden Monaten wieder etwas steigen", sagen die Bundesbank-Volkswirte voraus.