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"Vor diesem Hintergrund und angesichts des wachsenden Drucks der Märkte und von vielen von Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, könnten wichtige geschäftliche Entscheidungen bald unausweichlich werden." Kelleher nannte keine Einzelheiten zu diesen Entscheidungen.
Bankenkrise brachte strengere Regeln
Nach dem Kollaps der Credit Suisse und der Übernahme durch die UBS im Jahr 2023 will die Schweizer Regierung strengere Kapitalvorgaben einführen, um ein zukünftiges Großbankendebakel zu verhindern. Diese könnten die UBS dazu zwingen, bis zu 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital vorzuhalten. Die UBS setzt sich seit langem für eine Abschwächung der Vorgaben ein.
Die Regulierungsvorschläge der Regierung stellten ein ernstzunehmendes Risiko für die bestehende Ausrichtung dar, sagte Kelleher. "Sie würden unser Geschäftsmodell grundlegend beeinträchtigen." Die UBS wolle das Vermögensverwaltungsgeschäft für Reiche und Superreiche weiter ausbauen. "Eine Schrumpfung unserer wertschöpfenden Geschäftsbereiche schließen wir aus." Der Hauptsitz solle in der Schweiz bleiben.
Eine Entscheidung der Schweizer Politik zu den Kapitalvorgaben könnte bis im Verlauf des kommenden Jahres fallen. Diese Entscheidung hat nicht nur Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, sondern auch auf das Management. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Vortag berichtet, dass Konzernchef Sergio Ermotti Insidern zufolge bis weit in das zweite Halbjahr 2027 im Amt bleiben könnte. Grund dafür seien die anstehenden regulatorischen Veränderungen sowie das Fehlen eines klaren internen Nachfolgers. Ende März hatte der 65-Jährige erklärt, dass er mindestens bis April 2027 an der Spitze des Instituts bleiben wolle.
Ermotti werde die Integration der Credit Suisse bis zu ihrem Abschluss führen und sich danach auf die Förderung von Wachstum und nachhaltig höheren Renditen konzentrieren, erklärte Kelleher. "Zudem wird er UBS durch die aktuelle Phase regulatorischer Unsicherheit führen."
ZURICH - SCHWEIZ: FOTO: APA/APA/AFP/FABRICE COFFRINI