Rhein fast trocken, doch Thyssenkrupp weigert sich, die Hochöfen erkalten zu lassen

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Prognose für operatives Ergebnis angehoben
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Trotz des extremen Niedrigwassers erhält das Duisburger Stahlwerk von Thyssenkrupp weiterhin Rohstoffe über den Rhein per Schiff.

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Thyssenkrupp hält Produktion trotz Niedrigwasser am Laufen

"Die Kundenversorgung ist nicht gefährdet", sagte Finanzvorstand Axel Hamann bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Zur weiteren Entwicklung des Niedrigwassers und dessen Auswirkungen auf die Versorgung habe man eine Taskforce gebildet.

"Wenn sich die Situation wirklich verschlimmert und die Schifffahrt zum Erliegen kommen würde, könnten wir einen Effekt auf das Ergebnis nicht ausschließen", sagte er weiter. Mit Ergebnis ist der Unternehmensgewinn gemeint.

Thyssenkrupp prüft Alternativen zur Rhein-Schifffahrt

"Wir haben natürlich ein paar Möglichkeiten, die Produktion, die Fahrweise unserer Anlagen ein Stück weit anzupassen, um mit den Beständen, die wir haben, länger arbeiten zu können." Man habe auch noch Alternativen zur Anlieferung per Schiff. So würde man mehr auf die Bahn setzen. Geprüft werde auch, wie viel über die Straße kommen könne. "Wir sind weit davon entfernt, irgendwelche Hochofen erkalten zu lassen", betonte er.

Nach früheren Angaben vom Montag erhält Thyssenkrupp täglich 50.000 bis 60.000 Tonnen Rohstoffe per Schiffe, vor allem Erze und Kohle. "Eine Verlagerung auch nur eines Teils dieser Mengen auf die Straße ist keine realistische Lösung", hatte eine Sprecherin dazu erklärt.

Operativer Gewinn steigt um 18 Prozent

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp hat im vergangenen Quartal dank Zuwächsen im konjunkturanfälligen Stahlgeschäft seinen operativen Gewinn gesteigert. Das bereinigte EBIT sei im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) um 18 Prozent auf 183 Mio. Euro gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Analysten hatten nach einer von Thyssenkrupp veröffentlichten Erhebung von Vara Research im Schnitt mit 207 Mio. Euro gerechnet.

Die Sparte Steel Europe verbesserte ihr Ergebnis auf 73 Mio. Euro nach 31 Mio. Euro vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr erwarte der Konzern nun operativ ein Ergebnis zwischen 600 und 900 Mio. Euro nach bisher 500 bis 900 Mio. Euro.

Umbau zum Finanzholding: Börsengang von tk accelis im Herbst

Vorstandschef Miguel Lopez will den Traditionskonzern in eine Finanzholding mit Mehrheitsbeteiligungen umwandeln. Die Töchter sollen eigenständiger handeln und sich besser Kapital beschaffen können. Das Werkstoffhandelsgeschäft (Materials Services) mit dem neuen Namen tk accelis soll im Herbst an die Börse. Auch diese Sparte konnte ihr operatives Ergebnis im Quartal verbessern - auf 82 Mio. Euro von 45 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Duisburg, Deutschland
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