Shell-Gewinn sprudelt dank hoher Öl- und Gaspreise kräftig

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Aktienrückkauf angekündigt
 © APA/APA/dpa/Hannes P Albert
©APA/APA/dpa/Hannes P Albert
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Gewinne bei Shell weiter sprudeln. Der Energiekonzern verdiente nach eigenen Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal so viel wie seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht mehr. Der bereinigte Nettogewinn sprang auf 9,8 Mrd. US-Dollar (knapp 8,6 Mrd. Euro) und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor, wie Shell in London mitteilte.

von

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen von Analysten und auch den Wert von 6,9 Mrd. Dollar aus dem ersten Quartal deutlich. An der Börse kam das gut an.

Neben höheren Öl- und Gaspreisen profitierte Shell vor allem von einem starken Handels- und Raffineriegeschäft. Der Konflikt im Nahen Osten beschert den großen Ölkonzernen derzeit einen kräftigen Schub, da die zusätzlichen Erträge aus Handel und Raffinerien die Belastungen durch mögliche Liefer- und Produktionsausfälle deutlich überwiegen.

Jefferies-Analyst Mark Wilson lobte die Quartalsbilanz der Briten und sprach von "durch die Bank starken und soliden Zahlen". Dabei hob er vor allem den Rekord in der Produktion in Brasilien, das profitable Chemikaliengeschäft und die Überauslastung der Kapazitäten hervor.

Shell kündigte unterdessen das 19. Quartal in Folge den Beginn eines weiteren Aktienrückkaufprogramms über 3 Mrd. Dollar an und setzt zugleich auf den weiteren Abbau der Nettoverschuldung. Die Kosten sanken unterdessen im ersten Halbjahr um weitere 700 Mio. Dollar - seit 2022 seien inzwischen Einsparungen von 5,8 Mrd. Dollar erreicht, hieß es.

Nach Jahren des Sparens, der Verschlankung des Konzerns und hoher Ausschüttungen an die Aktionäre richtet sich der Blick der Investoren an der Börse nun aber zunehmend auf das künftige Wachstum. Konzernchef Wael Sawan muss zeigen, dass Shell seine langfristigen Öl- und Gasreserven wieder ausbauen kann und damit die Basis für die Förderung der kommenden Jahre sichert.

Im April hatte Shell hierzu die Übernahme des kanadischen Energiekonzerns ARC für 16,4 Milliarden Dollar angekündigt, die im dritten Quartal abgeschlossen sein soll. Damit dürfte das Wachstum in der Produktion bis zum Jahr 2030 auf 4 Prozent jährlich steigen, teilte der britische Ölmulti weiter mit. An den Ausgabeplänen für heuer ändert das Shell-Management nichts: Für 2026 sind weiterhin Investitionen von 24 bis 26 Mrd. Dollar vorgesehen.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Hannes P Albert

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages