Ryanair droht Belgien mit Flugstreichungen wegen Steuern

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Ryanair-Chef O'Leary gilt als streitbar, droht Regierungen mit Abflug
 © APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER
©APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
"Dummes Belgien": Die Billigfluggesellschaft Ryanair schimpft auf dort geplante Steuererhöhungen und will deshalb tausende Flüge streichen. Das Unternehmen werde heuer 1,1 Millionen weniger Flugtickets mit Start oder Ziel am Flughafen Charleroi verkaufen, sollte die belgische Regierung geplante Steuererhöhungen nicht zurücknehmen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Brüssel. 2027 könne eine weitere Million Passagiere wegfallen.

von

Ryanair begründet seine Drohungen mit geplanten Steuererhöhungen. Zum 1. Jänner will die belgische Regierung die Steuer auf Flugtickets für Langstrecken von bisher fünf Euro auf zehn Euro verdoppeln. Für Kurzstrecken von weniger als 500 Kilometer - zum Beispiel nach London, Paris oder Frankfurt - werden in Belgien bereits zehn Euro fällig.

O'Leary spricht sogar von einer fünffachen Erhöhung im Vergleich zum Jänner 2025. Damals lag die Steuer für Langstreckenflüge bei zwei bis vier Euro, es folgte im vergangenen Sommer bereits eine Erhöhung. "Nur die belgische Regierung könnte so dumm sein, die Flugsteuern um das Fünffache zu erhöhen", polterte O'Leary.

Zusätzlich plant die Stadt Charleroi eine eigene Steuer von drei Euro pro Passagier. Am dortigen Flughafen gut 60 Kilometer südlich der Hauptstadt starten und landen vor allem Billigflieger wie Ryanair, Wizzair und Pegasus. Die Fluggesellschaften dürften die Erhöhungen zu großen Teilen an ihre Kunden weitergeben, sodass die Preise steigen.

Ryanair hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 11,6 Millionen Passagiere von und nach Belgien geflogen. Der Konzern rief den belgischen Regierungschef Bart de Wever und die Stadt Charleroi auf, ihre "dummen Steuererhöhungen" zurückzunehmen.

Auch gegenüber Österreich hat O'Leary immer wieder Abgabensenkungen gefordert und gedroht. Fünf von zuvor 19 Boeing-Fliegern wurden aus Wien-Schwechat abgezogen. Für den Abzug machte O'Leary die Bundesregierung verantwortlich, die an der Flugticketsteuer festhält. Auch andere Gebühren sind aus Sicht des Managers nicht angebracht.

Über die Autoren

Logo