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2026 werde das Jahr, "in dem wir die Hauptlast der Rechtsstreitigkeiten tragen müssen". Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 weitete sich der Verlust auf 3,62 Milliarden Euro aus, nach einem Minus von 2,55 Milliarden im Vorjahr.
Wegen eingeplanter Zahlungen für Rechtsfälle von rund fünf Milliarden Euro erwartet Bayer für 2026 einen negativen Mittelzufluss (Free Cash Flow) von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch auf 32 bis 33 (Vorjahr: 29,8) Milliarden Euro steigen. Währungs- und portfoliobereinigt peilt der Konzern ein Umsatzplus von bis zu drei Prozent auf 45 bis 47 Milliarden Euro an. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll bei konstanten Wechselkursen 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro erreichen. Unter Berücksichtigung erwarteter negativer Währungseffekte stellt Bayer hingegen nur 44 bis 46 Milliarden Euro Umsatz und ein Ergebnis von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro in Aussicht. Analysten hatten zuletzt 9,67 Milliarden Euro prognostiziert. Die Aktie verlor knapp drei Prozent und gehörte zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex DAX.
Das zentrale Thema bleibt die Eindämmung der Rechtsrisiken in den USA. Die Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat hatte sich Bayer 2018 mit der milliardenschweren Übernahme des Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Vor Kurzem hatte Anderson einen neuen Glyphosat-Vergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen angekündigt, der Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vorsieht. Er muss allerdings noch von einem Richter genehmigt werden. Die Rückstellungen für Glyphosat und andere Rechtsfälle summieren sich inzwischen auf 11,8 Milliarden Euro.
Eine grundsätzliche Klärung erhofft sich Bayer vom Obersten Gerichtshof der USA. Dort soll entschieden werden, ob Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise nach einzelstaatlichem Recht zulässig sind, obwohl die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise auf dem Produktlabel nicht erlaubt. Ein Urteil erwartet das Unternehmen in der zweiten Junihälfte.
Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen treibt Anderson den von ihm vor zweieinhalb Jahren eingeleiteten Umbau des Leverkusener Unternehmens voran. Das neue Organisationsmodell soll bis Ende des Jahres Einsparungen von insgesamt zwei Milliarden Euro liefern. "Unsere Organisation ist deutlich flacher und schlanker aufgestellt", sagte Anderson. "Es gibt nur noch etwa halb so viele Hierarchieebenen wie vor Einführung des neuen Organisationsmodells, und wir haben zwei Drittel weniger Managementpositionen als damals." Die Zahl der Beschäftigten im Konzern sank im vergangenen Jahr um mehr als 4.700 auf gut 88.000.
Im vergangenen Jahr bremsten negative Währungseffekte den Umsatz. Dieser sank um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro. Währungsbereinigt verzeichnete Bayer ein Plus von 1,1 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) fiel um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Im gestiegenen Nettoverlust schlugen vor allem Sonderaufwendungen für Rechtsfälle von gut sechs Milliarden Euro zu Buche. Die Aktionäre sollen für 2025 erneut nur die gesetzliche Mindestdividende von elf Cent je Aktie erhalten.