Adidas soll bis 2028 Umsatzrendite von zehn Prozent knacken

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Adidas hat ehrgeizige Ziele
 © APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
©APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas steckt sich für die nächsten drei Jahre höhere Ziele. Bis 2028 soll die operative Umsatzrendite auf ein Niveau von mehr als zehn Prozent steigen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach in Deutschland mitteilte.

von

Eine Rendite von über 10 Prozent hatte Vorstandschef Björn Gulden, dessen Vertrag vom Aufsichtsrat bis 2030 verlängert wurde, für die Branche lange als nicht machbar bezeichnet. Im vergangenen Jahr verbesserte sie sich auf 8,3 (2024: 5,6) Prozent. Dabei soll der Umsatz in diesem und in den beiden folgenden Jahren währungsbereinigt um jeweils einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen - gebremst von Europa, wo Adidas 2026 nur noch ein Wachstum von etwa fünf Prozent erwartet.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz währungsbereinigt um 10 Prozent gestiegen, ohne die aufgegebene Marke "Yeezy" waren es mit 24,8 Mrd. Euro sogar 13 Prozent. Unter dem Strich blieb beim Nettoergebnis ein Plus von 4,8 Prozent auf 1,377 Mrd. Euro. Für heuer peilt Adidas ein weiteres Umsatzplus von 2 Mrd. Euro an. Das Betriebsergebnis soll sich auf 2,3 (2025: 2,06) Mrd. Euro verbessern und damit prozentual stärker als der Umsatz wachsen. Belastungen durch Zölle und Wechselkurse von 400 Mio. Euro will Adidas dabei wegstecken.

Allerdings sieht Gulden noch ein paar Baustellen im Konzern. Vor allem am US-Markt tut sich Adidas schwer, sich gegenüber dem Konkurrenten Nike zu behaupten. "Wir sind nicht überall, wo wir sein wollen", kommentiert Gulden diesen Zustand, die bisherigen Zuwächse würden bei weitem nicht die Lücke zum Branchenprimus schließen. Und der Marktanteil von Adidas sei in den USA bei weitem am geringsten im Vergleich aller regionalen Märkte. Die Fußball-WM in Nordamerika könnte helfen. Allein mit Produkten im direkten Zusammenhang mit dem Großereignis - vor allem Trikots der jeweiligen Nationalmannschaften - will Adidas 1 Mrd. Euro umsetzen. Bisher sind 13 Mannschaften mit Adidas-Ausrüstervertrag für die Weltmeisterschaft qualifiziert.

Auf dem besonders wichtigen, weil großen und margenträchtigen chinesischen Markt hat Adidas dank eines Strategiewechsels auf lokale Produktion und lokales Management wieder neu Fuß gefasst. Doch müssen die Franken jetzt ausgerechnet den Blick auf ihren lokalen Konkurrenten richten. Der chinesische Sportartikel-Riese Anta, unter dessen Dach bereits Marken wie Fila, Arcteryx oder Wilson vereint sind, will knapp 30 Prozent an Puma übernehmen. Zumindest mittelfristig dürfte das die strategische Position von Puma in China deutlich stärken.

"Wir schlafen deswegen nicht schlecht", sagt Gulden lapidar. Doch vermutlich nicht ganz umsonst hat Puma ausgerechnet am Tag der Adidas-Bilanz-PK bekanntgegeben, mit dem chinesischen Unternehmen Shincell eine neue Generation der Laufschuh-Familie Nitro zu entwickeln. "Mit Nitro verfügen wir über die beste Lauftechnologie der Branche, und die Vereinbarung mit Shincell ermöglicht es uns, diesen Vorsprung zu halten", wird Puma-Manager Romain Girard in einer Mitteilung zitiert. Shincell ist spezialisiert auf den Umgang mit Hochleistungsschaumstoff.

Wenige Minuten zuvor hatte Adidas-Chef Gulden angekündigt, einen "Hyperboost"-Laufschuh auf den Markt zu werfen, mit einer Schaumsohle, die 40 Prozent weniger Gewicht als der bisherige "Ultraboost" auf die Waage bringt. Laufsport gehört zu den größten Segmenten in der Sportartikelindustrie. Die Rivalität zwischen den beiden Marken, die einst aus dem familieninternen Zwist der Brüder Adolf und Rudolf Dassler hervorgegangen ist, scheint zu leben.

Die Dividende für 2025 soll um 80 Cent auf 2,80 Euro je Aktie steigen. Einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 1 Mrd. Euro hatte Adidas bereits Ende Jänner angekündigt. Für die beiden Folgejahre gab der Aufsichtsrat dem Vorstand bereits jetzt einen Freibrief, weitere Rückkaufprogramme in dieser Größenordnung aufzulegen.

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Holen Sie sich trend. jetzt im bequemen Jahresabo!