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Neben der Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und dem Chef der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien beendet in weiterer Folge im Mai Monique Surges ihre Tätigkeit im BayWa-Aufsichtsrat. Sie wird Leiterin der deutschen Handelskammer in Neuseeland.
In der BayWa-Mitteilung vom Sonntagabend nicht als einer der Scheidenden genannt wurde der deutsche Bauernpräsident Joachim Rukwied, der dem Gremium seit 2013 angehört. Höllerer saß dort seit 2023. Der Direktor der RLB NÖ-Wien war genau so noch bis 2028 gewählt wie die CSU-Politikerin und die Handelskämmererin. Höllerer "hat sich im Interesse der österreichischen Miteigentümer intensiv für eine Stabilisierung der BayWa und eine Erneuerung der Gremien eingesetzt", sagte ein Raiffeisensprecher am Montag zur APA. "Er legt seine Funktion nun aufgrund des Wechsels an die Spitze des Vorstandes der Raiffeisen Bank International zurück."
Die Aufsichtsräte waren insgesamt in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs des langjährigen Vorstandschefs Klaus Josef Lutz gestützt hatten. Die Schulden hatten die BayWa 2024 in eine schwere Schieflage gebracht. Der vor allem im Agrarhandel tätige Konzern ist seither massiv in der Krise. Die Schulden erreichten mehr als 5 Mrd. Euro, aufgetürmt im Zuge einer missglückten Auslandsexpansion in den 2010er-Jahren.
"Die strategische, kulturelle und personelle Erneuerung macht auch vor dem Aufsichtsrat nicht halt", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Gregor Scheller. "Wir verändern das Gremium Schritt für Schritt und orientieren es an den zukünftigen Anforderungen der BayWa." Nachfolger für das Trio würden noch gesucht, sie sollen auf der Hauptversammlung 2026 gewählt werden.
Ab 2028 sollen die Mitglieder des BayWa-Aufsichtsrates wie bei börsennotierten Unternehmen üblich gestaffelt gewählt werden, sodass jedes Jahr zwei Posten neu zu besetzen sind. Zudem wird die Amtszeit von fünf auf vier Jahre verkürzt. Dem BayWa-Vorstand soll das Gremium künftig genauer auf die Finger schauen: Alle Geschäfte über 50 Mio. Euro müssen vom Aufsichtsrat gebilligt werden, vorher lag die Schwelle bei 200 Mio. Euro.
Nicht zu den Angesprochenen zählt der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Scheller, der erst seit 2024 amtiert und damit nicht zu den Verantwortlichen der Schieflage gehört. Im BayWa-Vorstand haben wegen der Krise bereits zwei Vorsitzende und der langjährige Finanzvorstand den Posten geräumt. Unter Schellers Regie soll der Aufsichtsrat nun auch seine Arbeitsweise verändern, die Auswahlkriterien für den Aufsichtsrat wurden bereits verschärft.