Rheinmetalls Wachstum verlangsamt sich

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Rheinmetall stellte sich mit Marine-Sparte breiter auf
 © AFP, INA FASSBENDER, Apa
©AFP, INA FASSBENDER, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der politischen Unstimmigkeiten mit den USA kann der Rüstungskonzern Rheinmetall weiter deutlich zulegen. Die zuvor steile Wachstumskurve verlief allerdings flacher, wie Unternehmenszahlen zum Jahresauftakt-Quartal zeigen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wuchsen der Umsatz um acht Prozent auf 1,9 Mrd. Euro und das operative Ergebnis um 17 Prozent auf 224 Mio. Euro.

von

Der Zuwachs lag zwar auf einem hohen Niveau, er war aber deutlich schwächer als im ersten Quartal 2025. Damals konnte die Firma im Umsatz und Ergebnis noch um jeweils etwa die Hälfte zulegen. Konzernchef Armin Papperger zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. "Wir konnten uns gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahresquartal weiter steigern", sagte er. "Insbesondere für das zweite Quartal 2026 erwarten wir ein stärkeres Wachstum beim Umsatz und beim Auftragseingang, wo wir mit großvolumigen Beauftragungen im Marine- sowie im Fahrzeugbereich rechnen."

Rheinmetall stellt inzwischen auch Schiffe her, unlängst wurde die Marinesparte der Bremer Werften-Gruppe Lürssen hinzugekauft. Deren Geschäftszahlen werden seit März in die Rheinmetall-Zahlen eingerechnet, in dem Monat steuerte die neue Marinesparte einen Umsatz von 77 Mio. Euro bei.

Am positiven Ausblick für das Gesamtjahr hält das Rheinmetall-Management dennoch fest. Der Jahresumsatz soll um etwa die Hälfte steigen und die Geschäfte sollen profitabler werden. Der Verwaltungssitz der Waffenschmiede ist in Düsseldorf und sein größtes Werk im niedersächsischen Unterlüß, wo mehr als 4.000 Menschen für die Firma tätig sind.

Rheinmetall stellt Panzer, Munition, Militärlastwägen, Flugabwehrsysteme, eine digitalisierte Infanterie-Schutzausstattung, Drohnen und Schiffe her - damit versteht sich die Firma als sogenannter Komplettanbieter, der alle Militärstreitkräfte beliefern kann. In Neuss soll dieses Jahr die Produktion von Satelliten beginnen, deren Aufklärungsbilder an die Bundeswehr und andere NATO-Streitkräfte verkauft werden. Das Unternehmen hat rund 34.000 Beschäftigte. Die Angestellten des zivilen Bereichs - also die Herstellung von Autoteilen - sind hierbei bereits rausgerechnet, da der Bereich zum Verkauf steht. Auch im veröffentlichten Umsatz ist die Kfz-Sparte nicht mehr drin.

Rheinmetall legte ein erstes Gebot für die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) vor und macht der Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS damit Konkurrenz. Bald würden Vertreter Rheinmetalls einen ersten Blick in die Bücher der Kieler Werft werfen können, hieß es. Rheinmetall will im neu gegründeten Marine-Geschäft rasch wachsen. "Im maritimen Bereich deckt Rheinmetall nun das komplette Spektrum von der Entwicklung und Fertigung unbemannter Marinefahrzeuge bis hin zum Bau von Korvetten und Fregatten ab", erklärte der Konzern in seinem Quartalsbericht. Rheinmetall erwarte im zweiten Quartal "großvolumige Beauftragungen" im Marine-Geschäft, kündigte Papperger an. "Wir haben uns sehr viel vorgenommen in dem Bereich."

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Holen Sie sich trend. jetzt im bequemen Jahresabo!