Rheinmetall darf Militärsparte NVL von Lürssen übernehmen

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Rheinmetall darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission die Militärsparte NVL der Bremer Werftengruppe Lürssen kaufen. Deutschlands größter Rüstungskonzern hatte sich im September mit Lürssen auf den Kauf geeinigt. Dazu zählt auch die Blohm+Voss-Werft im Hamburger Hafen. "Die Transaktion betrifft in erster Linie den Bau von Überwasserschiffen und damit verbundene Dienstleistungen im Verteidigungssektor", teilten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union mit.

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Angesichts begrenzter Auswirkungen auf die Marktstruktur äußerte die EU-Kommission nach ihrer Prüfung keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Mit der Übernahme will sich Rheinmetall breiter aufstellen und den Marine-Schiffbau als zusätzliches Geschäftsfeld erschließen. Der Konzern baut bisher keine eigenen Schiffe, macht aber Geschäfte mit der Marine, etwa mit Schiffsgeschützen und mit Lasermodulen. Die Parteien vereinbarten Stillschweigen über den Kaufpreis.

Die private Werftengruppe Lürssen ist seit Oktober 2021 zweigeteilt in die Marinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) und in eine Jachtsparte. NVL ist auf die Konstruktion und Fertigung von Marine- und Behördenschiffen für die Deutsche Marine und Kunden weltweit spezialisiert. In Deutschland gehören zu NVL vier Werften: die Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern), Teile von Blohm+Voss und die Norderwerft in Hamburg sowie die Neue Jadewerft in Wilhelmshaven. Hinzu kommen Standorte in Bulgarien, Kroatien, Ägypten und Brunei.

Von der italienischen Regierung bekam Rheinmetall grünes Licht für die Produktion in einem Werk auf der Insel Sardinien. Der Konzern begrüße die Entscheidung der Regierung in Rom, teilte der Konzern mit. Zuvor hatte die "Financial Times" über die Genehmigung berichtet, nach der das Werk im Einklang mit Umweltrichtlinien steht. Rheinmetall hatte rund 50 Millionen Euro in den Standort Domusnovas im Süden Sardiniens investiert, wo der Konzern unter anderem Sprengstoffe in Großserien für NATO-Staaten sowie Lenkwaffen herstellen will. Die Produktion solle bald anlaufen, hieß es weiter.

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