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"Eine Rolle spielt weiterhin die schwache konjunkturelle Entwicklung", sagt Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. "Gleichzeitig verändert der technologische Wandel, vor allem die künstliche Intelligenz, zunehmend den Arbeitsmarkt." Das Ifo-Institut warnt vor Selbstzufriedenheit. Der Rückgang dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben. "Die Alterung der Bevölkerung trifft auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel - das wird die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen weiter verschieben", sagte Wohlrabe.
Besonders deutlich sank der Fachkräftemangel demnach im Bereich Transport und Logistik: Der Anteil der betroffenen Unternehmen fiel von 42,7 auf 30,6 Prozent. Insgesamt klagte rund jeder vierte Dienstleister über fehlendes Personal. Rechts- und Steuerberatern (58,4 Prozent) sowie Leiharbeitsfirmen (56,6 Prozent) fehlen weiterhin besonders häufig Fachkräfte.
In der Industrie berichten 16,6 Prozent der Betriebe von einem Mangel an Fachkräften - ein halber Prozentpunkt weniger als im Oktober. Im Automobilsektor sowie bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen liegt der Anteil knapp unter zehn Prozent. Im Maschinenbau beträgt er rund 19 Prozent.
"Auch im Handel hat sich die Lage etwas entspannt", hieß es. Rund 18 Prozent der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen (Einzelhandel: 21,6 Prozent, Großhandel: 16,2 Prozent). Im Bauhauptgewerbe liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen vergleichsweise hoch bei 30,4 Prozent.