Rendite französischer Staatsanleihen über fünf Prozent

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Wohl kein Haushalt mehr vor Präsidentschaftswahlen 2027
 © AFP, POOL, BENOIT TESSIER, Apa
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Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen hat am Mittwoch die Marke von fünf Prozent geknackt und damit den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht. Dies ist das jüngste Zeichen für die wachsende Sorge der Anleger über die Fähigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, seine angespannten Staatsfinanzen zu sanieren. In der Spitze kletterte die Rendite auf 5,002 Prozent. Zuletzt lag sie mit einem Plus von acht Basispunkten bei knapp unter fünf Prozent.

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"Die Gemengelage in Frankreich ist extrem komplex und beunruhigend für Investoren", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, der Nachrichtenagentur Reuters. "Die gewalttätigen Proteste fallen zusammen mit einer geschwächten Regierung, die weder eine Mehrheit noch den fiskalischen Spielraum hat, um den steigenden Lebenshaltungskosten zu begegnen." Man müsse wohl davon ausgehen, dass vor den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2027 kein Haushalt mehr aufgestellt werde - geschweige denn, dass eine Reform zur Stabilisierung der Staatsfinanzen durchgesetzt werden könne.

Die Renditen von Staatsanleihen sind in diesem Jahr weltweit gestiegen. Grund ist die steigende Inflation infolge höherer Energiepreise, die viele Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlasst hat. Zudem haben die Regierungen der Industrieländer mit stark wachsenden Schuldenbergen zu kämpfen. Die Kreditkosten Frankreichs sind dabei stärker gestiegen als die der meisten vergleichbaren Länder. Der Risikoaufschlag, den Investoren für französische Anleihen im Vergleich zu den als sicher geltenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen verlangen, lag bei rund 157 Basispunkten. Damit nähert er sich dem Niveau von 2011.

Hintergrund des Verkaufsdrucks ist der Versuch einer geschwächten Regierung, einen Haushalt durch das Parlament zu bringen und das hohe Defizit zu senken. Die Unsicherheit vor einer hart umkämpften Wahl im kommenden Jahr und landesweite Proteste belasten die Märkte des Landes zusätzlich.

Am vergangenen Wochenende war es bei landesweiten Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten zu Straßenschlachten und Plünderungen gekommen. Justizminister Gerald Darmanin zufolge befinden sich 123 der am Wochenende Festgenommenen in Untersuchungshaft, etwa 2.500 weitere seien zur Vernehmung in Gewahrsam. Für kommenden Samstag haben Studentenverbände und Gruppen der "Gelbwesten"-Bewegung zu neuen Demonstrationen aufgerufen.

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