Lanxess hofft nach Gewinneinbruch auf Erholung

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Verkauf des Urethan-Geschäfts im Vorjahr drückte Lanxess-Bilanz
 © AFP, PATRIK STOLLARZ, Apa
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Der deutsche Spezialchemiekonzern Lanxess schöpft nach einem Gewinneinbruch zum Jahresstart wieder vorsichtig Zuversicht. Eine anziehende Nachfrage und Lieferschwierigkeiten asiatischer Wettbewerber infolge des Iran-Krieges spielt der gesamten europäischen Branche in die Karten. "Der Konflikt im Nahen Osten führt aus unserer Sicht für die europäische chemische Industrie zu temporär günstigeren Marktbedingungen", sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Donnerstag.

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Während die asiatischen Lieferketten stark von Vorprodukten aus dem Mittleren Osten abhängig seien, sei die europäische Industrie hier weniger anfällig. Zachert rechnet jedoch mit weltweit anhaltenden Problemen: In den kommenden Wochen und Monaten dürfte es durch die Situation an der Straße von Hormuz zunehmende Verwerfungen geben. In Asien steige bereits die Zahl der gemeldeten Lieferausfälle wegen höherer Gewalt.

Lanxess verzeichnet Zachert zufolge seit März einen kontinuierlichen Anstieg der Verkaufsmengen. Dabei handele es sich nicht um "Angstkäufe" oder "Vorsichtsaufbaumaßnahmen im Lagerbestand", betonte der Konzernchef. Vielmehr sei ein gradueller Anstieg zu beobachten, gepaart mit einem geringeren Preisdruck aus Asien. Zuvor habe billiges russisches Öl mit Preisabschlägen von 20 bis 30 Dollar pro Barrel der chinesischen Konkurrenz deutliche Kostenvorteile verschafft. Dies habe vor allem im Geschäft mit Zwischenprodukten (Intermediates) zu einem Preisdumping in Europa geführt. Diese Situation drehe sich nun, da auch in China die Rohstoffkosten stiegen. Zudem ändere sich das Kundenverhalten: Nach Monaten, in denen nur der Preis zählte, rücke die Liefersicherheit wieder in den Fokus. Um die eigenen gestiegenen Ausgaben für Energie und Logistik abzufedern, setze Lanxess derzeit Preiserhöhungen zwischen fünf und 50 Prozent durch.

Im ersten Quartal hinterließen die Branchenkrise und ungünstige Wechselkurse jedoch tiefe Spuren. Der Umsatz schrumpfte um knapp 14 Prozent auf 1,378 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) brach um gut 29 Prozent auf 94 Mio. ein. Unter dem Strich stieg der Verlust auf 141 (Vorjahr: minus 57) Mio. Euro. Für das zweite Quartal peilt Lanxess ein Ergebnis zwischen 130 und 150 Mio. Euro an. Analysten hatten sich hier jedoch mehr erhofft, die Lanxess-Aktie brach zeitweise um neun Prozent ein.

Zachert warnte angesichts der geopolitischen Lage vor überzogenen Erwartungen: "Es gibt keinen Grund, in Euphorie zu verfallen." Eine breitere Belebung des Geschäfts und positive Effekte durch staatliche Konjunkturprogramme in Deutschland erwarte er frühestens im zweiten Halbjahr, womöglich sogar erst im ersten Halbjahr 2027. Lanxess peilt im Gesamtjahr 2026 weiterhin ein operatives Ergebnis zwischen 450 und 550 (Vorjahr: 510) Mio. Euro an.

Um die Bilanz zu stärken und das unlängst von der Agentur Moody's auf Ramschniveau gesenkte Kreditrating wieder zu verbessern, treibt der Konzern seinen Sparkurs voran. "Wir wollen letztlich so schnell wie möglich wieder Kennzahlen liefern, die mit einem Investment-Grade verbunden werden", erklärte Finanzvorstand Oliver Stratmann. Dazu beitragen soll auch ein weiterer Stellenabbau, der im März angekündigt wurde. Weltweit sollen 550 Jobs wegfallen, rund zwei Drittel davon in Deutschland. Das Programm sei angelaufen und verlaufe planmäßig, sagte Zachert. Lanxess will so bis Ende 2028 weitere rund 100 Mio. Euro pro Jahr einsparen.

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