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Bei Überschreiten der Schwelle würde ein Pflichtangebot an die übrigen Kontron-Aktionäre fällig. In diesem Fall erwäge Ennoconn, 23,50 Euro für jede Kontron-Aktie zu bieten. Damit würde Kontron mit 1,5 Mrd. Euro bewertet. Am Mittwoch hatten die im Kleinwerteindex SDAX notierten Kontron-Aktien an der Frankfurter Börse mit 22,96 Euro geschlossen.
Ennoconn war vor knapp zehn Jahren für 145 Mio. Euro bei Kontron eingestiegen, die damals noch als S&T firmierte. Die Taiwaner halfen S&T damals auch bei der Übernahme der deutschen Kontron, die später dem ganzen Konzern den Namen gab. Kontron stellt Hard- und Software für industrielle Anwendungen her, das sogenannte "Internet der Dinge" (IoT). Auch Ennoconn produziert Industriecomputer, die in Geräte wie Spielkonsolen, Bankomate oder Verkaufsautomaten eingebaut werden. Ennoconn wird an der Börse in Taipeh mit umgerechnet 1,37 Mrd. Euro bewertet.
Der taiwanische Bieter könnte die 30-Prozent-Schwelle etwa durch den Kauf von weiteren Aktien erreichen oder dadurch, dass Kontron weitere eigene Aktien zurückkauft. Kontron werde deshalb im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufs Papiere nur noch für maximal 23,50 Euro zurückkaufen und nicht mehr für bis zu 24 Euro, hieß es in der Mitteilung.