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Gegensteuernd wirkten die Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr, die zwischen Jänner und Juni 2026 auf 13,9 Mrd. Euro kletterten. Pro Übernachtung stiegen die Einnahmen um durchschnittlich 5 Prozent. Da die Inflation in Beherbergung und Gastronomie im selben Zeitraum rund 4,8 Prozent betrug, ist das Plus nahezu vollständig auf Preissteigerungen zurückzuführen. "Im wirtschaftlich schwierigen Umfeld von 2026 zeichnet sich ab, dass Österreich weiterhin ein Plus in der Leistungsbilanz erzielt", sagte die Direktorin der Hauptabteilung Statistik in der OeNB, Regina Fuchs.
Der Kapitalverkehr mit dem Ausland entwickelte sich sehr dynamisch: Die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland nahmen in der ersten Jahreshälfte 2026 um 26,7 Mrd. Euro zu, nachdem es im ersten Halbjahr 2025 einen Zuwachs von 5,1 Mrd. Euro gegeben hatte. Der überwiegende Teil entfiel auf Unternehmensübernahmen von Banken und Versicherungen durch die österreichische Finanzbranche. Ein großer Geschäftsfall war die Übernahme wesentlicher Anteile an polnischen Banken durch die Erste Group, die laut OeNB die bisher größte Direktinvestition einer österreichischen Bank im Ausland war.
Die Leistungsbilanz erfasst als Teil der Außenwirtschaftsstatistik alle realwirtschaftlichen Transaktionen mit dem Ausland, darunter Güter, Dienstleistungen, Reiseverkehr und internationale Einkünfte. Während bis 2023 endgültige Daten vorliegen, handelt es sich bei den Zahlen für 2024 und 2025 um revidierte sowie für 2026 um vorläufige Daten der OeNB und der Statistik Austria.