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Erst Ende vergangener Woche hatte der Konzern das Scheitern eines wichtigen Cholesterinmedikaments bekannt gegeben. Bei Del-Desiran wurde in der sogenannten Harbor-Studie bei Patienten mit myotoner Dystrophie Typ 1 (DM1) das primäre Studienziel verfehlt. Im Vergleich zu einem Placebo ließ sich keine statistisch signifikante Verbesserung bei der Messung der Handmuskelentspannung nachweisen, teilte Novartis mit. Der Konzern wertet nun den vollständigen Datensatz aus und will mit den Gesundheitsbehörden das weitere Vorgehen beraten. Die Entwicklung von Therapien für eine komplexe Erkrankung wie DM1 bleibe eine Herausforderung, Rückschläge seien Teil des wissenschaftlichen Fortschritts, erklärte der medizinische Leiter von Novartis, Shreeram Aradhye.
Analysten werteten das Ergebnis als schweren Schlag. Vontobel senkte sein Kursziel. Jefferies verwies darauf, dass Del-Desiran Teil der zwölf Milliarden Dollar (10,33 Mrd. Euro) schweren Übernahme von Avidity Biosciences war. Der Fehlschlag werfe damit auch Fragen zur Zukaufstrategie von Novartis auf.
Die Nachricht folgt auf eine ähnliche Enttäuschung vom späten Freitagabend. Das gemeinsam mit dem US-Partner Ionis Pharmaceuticals entwickelte Mittel Pelacarsen konnte in einer entscheidenden klinischen Studie das Risiko schwerer Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht wie erhofft senken. Das Medikament sollte eine genetisch bedingte Form von Cholesterin reduzieren. Analysten hatten Pelacarsen in der Spitze einen Jahresumsatz von drei bis sechs Milliarden Dollar zugetraut.
Trotz der Rückschläge bekräftigte Novartis sein Ziel, den Umsatz von 2025 bis 2030 im Durchschnitt um fünf bis sechs Prozent pro Jahr zu steigern. Jefferies bezweifelte jedoch, dass sich dieses Wachstum nach 2030 ohne weitere Zukäufe aufrechterhalten lässt. Für Novartis kommen die beiden Studienergebnisse zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Pharmariese arbeitet daran, seine Medikamenten-Pipeline aufzufrischen, während in den kommenden Jahren Patente wichtiger Umsatzbringer auslaufen. Teilweise aufgefangen wird die Enttäuschung durch den jüngsten Erfolg des Multiple-Sklerose-Mittels Remibrutinib, das in der vergangenen Woche in einer späten Studienphase überzeugte.
BASEL - SCHWEIZ: FOTO: APA/APA/KEYSTONE/GAETAN BALLY
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