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Wer behaupte, eine Verkleinerung der Bilanz sei unmöglich, dem fehle schlichtweg die Vorstellungskraft. Um die Nachfrage des Finanzsystems nach Liquidität zu verringern, schlug Miran unter anderem vor, Liquiditätsvorschriften zu lockern und der Nutzung von Fed-Kreditfazilitäten den Makel einer Notmaßnahme zu nehmen. Der Abbau der aktuell 6,7 Billionen Dollar schweren Bilanz solle über mehrere Jahre passiv durch auslaufende Wertpapiere und nicht durch aktive Verkäufe erfolgen. "Ich würde ein langsames Tempo beim Abbau anraten, um sicherzustellen, dass der Privatsektor alle von unserer Bilanz abgestoßenen Papiere aufnehmen kann", erklärte der Notenbanker.
Während der Corona-Pandemie hatte die Notenbank massiv Staats- und Hypothekenanleihen gekauft, um die Wirtschaft zu stützen. Dadurch schwoll die Bilanzsumme 2022 auf einen Höchststand von rund neun Billionen Dollar an. Der anschließende Abbau wurde Ende vergangenen Jahres gestoppt, da er die Geldmärkte zu destabilisieren drohte. Mirans Überlegungen könnten nun als Fahrplan für die künftige Fed-Spitze dienen: Im Mai wird Kevin Warsh die Nachfolge des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell antreten. Warsh hat Interesse an einer Verkleinerung der Notenbankbilanz signalisiert.