Leitbörsen in Asien schließen mit klaren Verlusten

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Nervosität angesichts der gestiegenen Energiepreise hält an
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Die asiatischen Börsen haben am Mittwoch ihre Talfahrt fortgesetzt. Am stärksten erwischte es erneut Südkorea mit prozentual zweistelligen Verlusten. Damit hielt die Nervosität angesichts der wegen des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise an. "Die entscheidende Frage ist, wie lange der Ölpreis noch auf erhöhtem Niveau verharren wird", stellte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, fest.

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"Ein eskalierender Iran-Krieg, der länger andauert, könnte den Ölpreis über 100 Dollar steigen lassen, die Inflation anheizen, und das Rezessionsgespenst könnte als prägendes Thema auf dem Parkett Einzug halten." Das wiederum könnte zu einer signifikanten Korrektur an den weltweiten Aktienmärkten führen.

Die Marktstrategen der Deutschen Bank sprachen von umfassenden Gewinnmitnahmen angesichts der unsicheren Lage. Das treffe naturgemäß die stärksten Gewinner besonders hart. So sei die erneute Talfahrt um zur Wochenmitte rund zwölf Prozent des südkoreanischen Kospi eine Reaktion auf die rund 50 Prozent Gewinn, die der Index in der Spitze seit Jahresbeginn erreicht hatte.

"In Südkorea ist der Volatilitätsindex des KSPI-200 heute auf seinen höchsten Stand seit der Finanzkrise geklettert", merkte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners zur extremen Nervosität der Anleger an.

Auch in Japan, einem ebenfalls gut gelaufenen Aktienmarkt, ging es merklich nach unten. Der Leitindex Nikkei-225 schloss mit 52.245,54 Punkten 3,6 Prozent im Minus. Marktstratege Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset Management verwies auf die starke Abhängigkeit einiger asiatischer Länder von Ölimporten. Neben Südkorea sei hier Japan besonders betroffen. Zudem wirkten sich steigende Frachtkosten auf die beiden stark vom Export abhängigen Länder aus.

In China waren die Verluste vergleichsweise überschaubar. Der Hang Seng der Sonderverwaltungszone Hongkong gab zuletzt um 2,01 Prozent nach, der CSI-300-Index der chinesischen Festlandbörsen verlor 1,14 Prozent. "Zwar deckt China rund drei Viertel seines Rohölbedarfs durch Importe, etwa die Hälfte davon aus der Golfregion", so Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. "Doch macht Öl gerade einmal knapp 20 Prozent des chinesischen Energiemixes aus, Erdgas lediglich fünf Prozent - deutlich weniger als der globale Durchschnitt von 30 respektive gut 20 Prozent." Zudem würden Chinas strategische Ölreserven einen Komplettausfall der Lieferungen aus der Golfregion für etwa 200 Tage abdecken.

Neue Wirtschaftsdaten traten etwas in den Hintergrund. Die Stimmung in den eher größeren Industriebetrieben Chinas hatte sich im Februar etwas stärker als erwartet eingetrübt. Nach Angaben des Statistikamtes in Peking vom Mittwoch fiel der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe um 0,3 Punkte auf 49,0 Zähler. Damit liegt der ökonomische Frühindikator weiter unter dem wichtigen Schwellenwert von 50 Punkten, ab dem man von einer Ausweitung der Aktivität in den Betrieben ausgeht. Experten waren im Schnitt von einem Wert von 49,2 Punkten ausgegangen.

Der australische ASX verlor ebenfalls weniger stark und sank um 1,94 Prozent auf 8.901,20 Punkte.

SHANGHAI - CHINA: FOTO: APA/APA/AFP/HECTOR RETAMAL

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