EZB: Nahost-Krieg und Schulden gefährden Finanzstabilität

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Stimmung auf den Märkten könnte kippen
 © AFP, ARIS OIKONOMOU, Apa
©AFP, ARIS OIKONOMOU, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt angesichts des Nahost-Kriegs, steigender Staatsschulden und hoher Börsenbewertungen vor wachsenden Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems im Euro-Raum. Die Anleger unterschätzten die geopolitischen und finanzpolitischen Risiken, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.

von

Es bestehe ein erhebliches Risiko, dass die Stimmung an den Märkten kippen könnte. Die Aktienbewertungen seien nach wie vor überzogen und die Risikoaufschläge für Anleihen von Unternehmen niedrig.

Risiko steigender Inflation und gebremsten Wirtschaftswachstums

"Der aktuelle Energieversorgungsschock birgt Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum", sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos mit Blick auf den seit drei Monaten währenden Iran-Krieg. Dies könne die Volatilität an den Märkten erhöhen und die Schuldendienstfähigkeit infrage stellen, da die Finanzierungskosten stiegen. Zudem könnten weitere Staatsausgaben die öffentlichen Finanzen in einigen hoch verschuldeten Euro-Ländern belasten und zu einer Neubewertung der Risiken von Staatsanleihen führen.

Weitere Schwachstellen sieht die EZB im Schattenbankensektor. Dazu werden unter anderem Hedgefonds, Geldmarktfonds, spezielle Börsenmakler und andere Finanzdienstleister gezählt, die wie Banken Finanzgeschäfte anbieten, aber weniger reguliert sind. Geringe Liquiditätspuffer und hohe Bewertungen könnten dort zu Notverkäufen von Vermögenswerten führen, die den Stress an den Märkten verstärken würden. Die Banken im Euro-Raum hätten die jüngsten Unsicherheiten zwar gut gemeistert. Die Qualität ihrer Vermögenswerte könnte sich jedoch verschlechtern, sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen infolge des Krieges deutlich eintrüben. Betroffen wären vor allem Unternehmen in handels- und energieintensiven sowie zinssensiblen Sektoren, betonte die EZB.

ATHENS - GRIECHENLAND: FOTO: APA/APA/AFP/ARIS OIKONOMOU

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Holen Sie sich trend. jetzt im bequemen Jahresabo!