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Der Konzern wehrt sich nun juristisch gegen die Vorwürfe. Pernod Ricard wies in einer Stellungnahme jegliches Fehlverhalten zurück. Man sei allen Vorschriften nachgekommen und zuversichtlich, die eigene Position vor Gericht durchsetzen zu können, hieß es.
Vorwurf: Pernod wollte hohe Zölle umgehen
Den Ermittlern zufolge hat Pernod seine Angaben "absichtlich verkompliziert". Dazu seien interne Codenamen für Malze verwendet worden, um den Zollbehörden einen Vergleich mit den Importen von Konkurrenten zu erschweren. Die Ermittler gehen davon aus, dass Pernod den Wert seiner importierten Konzentrate um 67,49 Prozent zu niedrig angegeben hat, um den geltenden Zollsatz von 150 Prozent zu umgehen. Pernod hält dagegen, die Behörden hätten die Importe zu Unrecht nur mit denen eines einzigen, teureren Wettbewerbers verglichen. Zudem habe man keinen Zugang zu allen für die Untersuchung relevanten Preisdaten erhalten, was die Grundsätze eines fairen Verfahrens verletze.
Der Streit ist für den Konzern von hoher Bedeutung. Indien ist für Pernod nach Volumen der größte Markt weltweit. Sollte das Unternehmen den Rechtsstreit verlieren, könnte sich die Gesamtsumme inklusive Strafen auf mehr als 600 Millionen Dollar belaufen. Dies entspräche einem Fünftel des letztjährigen Indien-Umsatzes von 2,9 Milliarden Dollar und dem Dreifachen des Gewinns. Der Steuerstreit, der bereits seit 2014 andauert, ist nicht das einzige rechtliche Problem für Pernod in dem Land. Der Konzern sieht sich auch einem Kartellverfahren und einem Verkaufsverbot in der Hauptstadt Neu-Delhi ausgesetzt.
MARSEILLE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/CLEMENT MAHOUDEAU