Konjunktur und Gewerbeimmo-Kredite Risiken für Finanzsektor

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IWF für Verbesserungen bei vorsorglichen Maßnahmen
 © APA/APA/AFP/MANDEL NGAN
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den heimischen Finanzsektor generell als gut kapitalisiert, profitabel und liquide ein. Die schwächelnde Konjunktur und der Markt für Gewerbeimmobilienkredite stellen jedoch Risiken dar. Verbesserungspotenzial sehen die Experten bei vorsorglichen Maßnahmen, bei den Ressourcen der Aufsichtsorgane und bei der Einlagensicherung.

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Das geht aus dem Bericht zum Financial Sector Assessment Program (FSAP) des IWF hervor, der nur alle paar Jahre - zuletzt im Jahr 2020 - veröffentlicht wird. Der Sektor für Gewerbeimmobilienkredite müsse weiter genau beobachtet werden, schreibt der IWF. Eine steigende Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) in der Branche könnte negativ auf die Profitabilität wirken.

Laut jüngsten Angaben der Finanzmarktaufsicht (FMA) machen gewerbliche Immobilienfinanzierungen in Österreich 43 Prozent aller Unternehmenskredite aus. Die Quote notleidender Kredite in diesem Sektor liege bei 8,3 Prozent, im gewerblichen Wohnbau alleine sei sie mit 14 Prozent deutlich höher.

Auch die nicht anspringende Konjunktur birgt laut IWF Risiken für den Sektor. Nach zwei Rezessionsjahren im Vorjahr habe sich die Wirtschaft nur langsam erholt, der Iran-Krieg habe den Aufschwung heuer weiter gebremst. Zum Problem könnte die Energie werden, ein anhaltender Schock in dem Sektor könnte die Inflationsdynamik weiter antreiben und energieintensive Industrien unter Druck setzen. Eine anhaltend trübe Stimmung unter Konsumenten und Produzenten könnte zudem negativ auf das Kreditwachstum wirken.

Da das österreichische Banksystem stark in Osteuropa engagiert ist, ist auch die osteuropäische Konjunktur ein Faktor für die heimische Bankenstabilität. Sollte das traditionell höhere Wachstum in Osteuropa durch externe Faktoren - beispielsweise geopolitische Unsicherheiten - gebremst werden, könnte auch das die Profitabilität der heimischen Banken bremsen.

Generell zeigen sich die IWF-Experten aber zufrieden mit dem österreichischen Finanzsektor. In Stresstests habe das Banksystem unter adversen Szenarios Widerstandsfähigkeit bewiesen. Die Kapitalquote bleibe auch im Stressszenario über den regulatorischen Anforderungen. Die bestehenden Liquiditätspuffer könnten zudem signifikante Abflüsse gut verkraften. Auch Verflechtungsrisiken blieben begrenzt.

Dennoch gebe es Verbesserungspotenzial, unter anderem was vorsorgliche Maßnahmen betrifft. So plädiert der IWF dafür, jenes Gesetz zu ändern, das vorsieht, dass bestimmte Maßnahmen erst ergriffen werden können, wenn es eindeutige Belege für einen Risikoaufbau gibt. Eine Änderung würde einen vorausschauenderen Zugang und die Wiedereinführung von kreditnehmerbasierten Maßnahmen auf längerfristiger Basis ermöglichen. Das würde die Stabilität des Systems verbessern. Die KIM-Verordnung, die von 2022 eingeführt wurde und strengere Regeln für die Vergabe von Krediten für Wohnimmobilien vorgeschrieben hat, war beispielsweise eine solche kreditnehmerbasierte Maßnahme. Sie lief Mitte 2025 aus, nachdem die Marktdaten eine Weiterführung der Verordnung nicht mehr unterstützten.

Bemängelt werden weiters Ressourcen-Engpässe bei OeNB und FMA für die Vor-Ort-Prüfungen. Um die Wirksamkeit und die Krisenbereitschaft der Aufsicht zu erhalten, empfiehlt der IWF eine vorausschauende, gemeinsame Betrachtung des personellen und Budgetbedarfs der beiden Institutionen. Auch die Versicherungsaufsicht könnte aus Sicht der Experten von einer Aufstockung der Ressourcen profitieren.

Bei der Einlagensicherung spricht sich der IWF für eine Stärkung durch die Einführung vierteljährlicher Beiträge aus. Derzeit wird auf jährlicher Basis in das Einlagensicherungssystem eingezahlt. Zudem sollte die Verwendung von Mitteln aus der Einlagensicherung für präventive Maßnahmen abgeschafft werden.

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