Iran-Krieg stellt Zinserhöhungspläne in Japan in Frage

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Ministerpräsidentin Takaichi übt Druck auf Notenbankchef Ueda aus
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Steigende Ölpreise infolge des Nahost-Konflikts machen eine Zinserhöhung der japanischen Notenbank im März zunehmend unwahrscheinlich. Die Währungshüter benötigten mehr Zeit, um die Folgen für die Wirtschaft zu bewerten, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Der einzige Faktor, der die Bank von Japan (BoJ) auf ihrer Sitzung am 18. und 19. März zu einer Zinserhöhung veranlassen könnte, wären demnach starke Kursverluste des Yen.

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Die Landeswährung ist nach den US-Angriffen auf den Iran bereits unter Druck geraten. Wegen der starken Nachfrage nach dem als sicherer Hafen geltenden Dollar nähert sie sich der wichtigen Marke von 160 Yen je Dollar.

Die Hürden für eine Zinserhöhung im März seien jedoch höher geworden, nachdem der sich ausweitende Nahost-Konflikt die Finanzmärkte erschüttert und die Ölpreise in die Höhe getrieben habe, hieß es. Dies stelle die Konjunkturaussichten der stark von importierten Rohstoffen abhängigen japanischen Wirtschaft infrage. "Es ist für die Notenbank schwierig geworden, die Zinsen anzuheben", sagten drei mit der Sache vertraute Personen. Die Währungshüter müssten prüfen, wie sich ihre bisherigen Zinserhöhungen und der Nahost-Konflikt auf Wirtschaft und Inflation auswirkten.

Die Märkte haben ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung im März ebenfalls zurückgeschraubt, nachdem der stellvertretende Notenbankchef Ryozo Himino am Montag keine klaren Hinweise auf einen bevorstehenden Schritt gegeben hatte. Die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im laufenden Monat wird nun nur noch auf etwa fünf Prozent geschätzt. Rund 60 Prozent der Marktteilnehmer rechnen mit einem solchen Schritt auf der Sitzung Ende April.

Die BoJ hatte die Zinsen im vergangenen Dezember auf ein 30-Jahres-Hoch von 0,75 Prozent angehoben und damit einen weiteren Schritt zur Beendigung ihrer jahrzehntelangen ultralockeren Geldpolitik unternommen. Notenbankchef Kazuo Ueda hatte zwar eine Anhebung im März oder April nicht ausgeschlossen, eine Entscheidung aber von den dann verfügbaren Daten abhängig gemacht. Zusätzlichen Druck übt Ministerpräsidentin Sanae Takaichi aus, die sich auf die Wiederbelebung der Wirtschaft konzentriert. Sie ernannte vergangene Woche zwei Vertreter für den Vorstand der Notenbank, die als geldpolitische Tauben gelten - also tendenziell niedrigeren Zinsen zur Konjunkturbelebung den Vorrang geben.

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