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"Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr" sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Während die lange schwächelnde Industrie Boden gutmachen konnte, trübte sich die Stimmung bei den Dienstleistern ein. "Auch im Tourismus kühlte das Geschäftsklima merklich ab", hieß es. Im Einzel- und Großhandel sowie am Bau ging es etwas bergauf. Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe erklärte, der Dienstleistungsbereich habe einen Anstieg beim gesamten Geschäftsklima verhindert. "Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr", sagte der Experte im Reuters-Interview.
"Zwar konnte eine Bruchlandung der Unternehmensstimmung aufgrund der Rücknahme der Zolldrohung durch die USA vermieden werden, doch sie scheint Spuren hinterlassen zu haben", sagte Deka-Analyst Andreas Scheuerle. Spätestens jetzt werde klar, dass die USA Zölle nicht mehr nur zur Erreichung ökonomischer Ziele einsetzten, sondern zunehmend auch, um geopolitische Positionen durchzusetzen. "Unsicherheit ist die Folge." Die Hoffnungen ruhten damit einmal mehr auf den von der deutschen Bundesregierung in Aussicht gestellten Reformen.
Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einer etwas enttäuschenden "Nullnummer zum Jahresauftakt". Man sollte auch in den kommenden Wochen mit möglichen Enttäuschungen bei den Konjunkturdaten rechnen, nachdem es seit Jahresbeginn viele positive Überraschungen gegeben habe.
Die Wirtschaft ist nach Ansicht der Deutschen Bundesbank mit wenig Dynamik ins Jahr gekommen und dürfte von Jänner bis März nur verhalten zulegen. Wie aus dem jüngsten Monatsbericht der Zentralbank hervorgeht, dürfte die Lockerung der Haushaltspolitik im weiteren Jahresverlauf aber voraussichtlich für stärkeren Auftrieb sorgen. Ökonomen trauen der Wirtschaft 2026 rund 1 Prozent Wachstum zu, vor allem wegen der staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Allerdings bremsen die US-Zölle und die bröckelnde Wettbewerbsposition im internationalen Konkurrenzkampf die deutsche Industrie.