"FT": EU erwägt Großkonzern-Abgabe statt Digitalsteuer

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
1 min
Sorge vor Gegenreaktion der US-Regierung von Trump
 © GETTY IMAGES NORTH AMERICA, FINN GOMEZ, Apa
©GETTY IMAGES NORTH AMERICA, FINN GOMEZ, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Bei der geplanten Besteuerung der US-Technologiekonzerne erwägt die EU einem Zeitungsbericht zufolge einen Kurswechsel. An Stelle einer Digitalsteuer solle eine Abgabe für alle in der EU tätigen Großunternehmen treten, um eine Gegenreaktion der US-Regierung zu vermeiden, schrieb die "Financial Times" am Mittwoch unter Berufung auf Insider. "Einige EU-Staaten lehnen eine reine Digitalsteuer ab, weil sie die Amerikaner nicht verärgern wollen", wird ein EU-Vertreter zitiert.

von

Viele andere lehnten die Gesetzesinitiative "Corporate Resource for Europe" (Core) prinzipiell ab. "Die Lösung besteht darin, die Steuer so auszuweiten, dass sie so gut wie alle großen Unternehmen erfasst."

Die EU-Kommission betonte, sie sei "weiterhin bereit, den Rat und das Europäische Parlament dabei zu unterstützen, eine Einigung über den neuen Finanzrahmen zu erzielen, da diese Mittel unerlässlich sind, um die angemessene Finanzierung unserer gemeinsamen Prioritäten im nächsten Jahrzehnt sicherzustellen". Der Branchenverband Computer & Communications Industry Association (CCIA), der zahlreiche US-Techfirmen vertritt, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Den überarbeiteten EU-Plänen zufolge sollen sämtliche Unternehmen, die in der Staatengemeinschaft einen jährlichen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaften, eine pauschale Abgabe zwischen 100.000 und 750.000 Euro zahlen. Nach dem bisherigen Entwurf hätte eine solche Regelung nur eine vergleichsweise geringe Zahl multinationaler Konzerne betroffen. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, Waren aus Ländern, die eine Digitalsteuer für US-Unternehmen einführen, mit Importzöllen in Höhe von 100 Prozent zu belegen. Frankreich hatte eine derartige Abgabe 2019 eingeführt.

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages