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Für Zurückhaltung sorgte aber weiter der Nahost-Konflikt. Aktuell bemühen sich zwar die Vermittler im Iran-Krieg Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, allerdings dauern die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten an. "Die Lage in Nahost bleibt unberechenbar. Gegenseitige Angriffe und parallel dazu stattfindende Friedensbemühungen - wohin das Pendel als Nächstes ausschlagen wird, kann niemand verlässlich sagen", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Viele Anleger dürften auch die im Wochenverlauf anstehenden Quartalszahlen einiger wichtiger US-Konzerne abwarten. Erwartet werden etwa die Ergebnisse der Google-Mutter Alphabet. Mit Spannung erwartet wird insbesondere, wie sich der KI-Boom in den Zahlen der Unternehmen niederschlägt. Impulse könnte im Wochenverlauf auch die am Donnerstag anstehende Zinsentscheidung der EZB liefern. Die meisten Marktteilnehmer erwarten zwar trotz der jüngsten Ölpreisanstiege keine Zinserhöhung, die begleitenden Kommentare könnten aber Hinweise auf die kommenden Schritte der EZB liefern.
Stark gesucht waren im Frühhandel europaweit Aktien aus der Halbleiter-Branche. Aktien der Branche profitierten von guten Vorgaben aus Seoul. Dort legten KI- und Halbleiteraktien, die zuletzt in großem Stil verkauft worden waren, wieder zu. In Europa fanden sich die Chipwerte ASML und Infineon mit Gewinnen von jeweils gut 3 Prozent weit oben im Euro-Stoxx-50. Spitzenreiter im Index waren Siemens Energy mit einem Plus von 3,4 Prozent. Der Energiekonzern zählt Rechenzentren zu seinen wichtigsten Kunden und profitiert daher auch von einer guten Börsenstimmung für Technologiewerte.
Gute Nachfrage gab es am Vormittag auch in Bank- und Ölwerten. Aktien des Ölkonzerns TotalEnergies stiegen zuletzt um 1,6 Prozent. In London fanden sich auch die Aktien einiger Minenbetreiber unter den größten Gewinnern. So legten die Aktien der Bergbaukonzerne Antofagasta und Endeavour Mining 3,9 bzw. 2,8 Prozent zu.
Moderate Gewinne verzeichneten auch Pharmaaktien. Gute Zahlen von Novartis stützten den Sektor. Der Konzern hatte mit den Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen übertroffen und damit trotz anhaltend starker Konkurrenz durch Generika überraschend stark abgeschnitten. Die Aktie gewann 2,7 Prozent.
Unter den schwächsten Werten im DAX fielen die zuletzt stark gelaufenen Aktien der Munich Re um 2,2 Prozent. Finanzchef Andrew Buchanan sagte in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" mit Blick auf die Rückversicherung: "Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen. Daraus wird sich ergeben, welche Prognose wir dem Markt geben."
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND