Europas Leitbörsen sehr stark, Euro-Stoxx-50 +1,47%

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Unternehmensberichtssaison läuft auf Hochtouren
 © AFP, THOMAS SAMSON, Apa
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Die europäischen Leitbörsen haben sich am Mittwoch im Frühhandel sehr fest gezeigt. Inmitten der heißen Phase der Berichtssaison profitieren die Aktienkurse von vorsichtigen Entspannungssignalen im Iran-Krieg. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gewann gegen 10.15 Uhr 1,47 Prozent auf 5.956 Punkte. In Frankfurt kletterte der DAX um 1,52 Prozent auf 24.769 Einheiten hoch. In London stärkte sich der FTSE-100 um 1,66 Prozent auf 10.389 Punkte.

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US-Präsident Donald Trump setzt im Konflikt mit dem Iran auf Deeskalation, um einen diplomatischen Durchbruch zu erzielen. Überraschend kündigte er auf seiner Plattform Truth Social an, den erst am Montag gestarteten US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz "für kurze Zeit" auszusetzen. Während des Stopps von "Projekt Freiheit" solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Es habe "große Fortschritte" für ein "umfassendes und abschließendes" Abkommen gegeben. Die Ölpreise zeigten sich daraufhin am Vormittag klar tiefer und dies wurde von den Anlegern ebenfalls goutiert.

Auf Unternehmensebene wirkte die auf Hochtouren laufende Berichtssaison kursbewegend. Im Automobilbereich sorgten BMW und Continental für gute Stimmung. Der Autobauer BMW hat im ersten Quartal den Rückgang der Profitabilität in seiner Autosparte kleiner gehalten als befürchtet. Dank ordentlicher Geschäfte in Europa hielten sich die Auswirkungen der Zölle in den USA sowie das schwierige Marktumfeld in China in Grenzen, die operative Gewinnmarge im Kerngeschäft fiel damit besser aus als befürchtet. Die BMW-Titel beschleunigten um fast sechs Prozent.

Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern Continental hat im ersten Quartal bei weniger Umsatz mehr verdient. Dank guter Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen stieg die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf 11,9 Prozent, nach 10,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Marge lag damit höher als von Analysten mit im Schnitt 11,4 Prozent erwartet. Die Aktie zog um fünf Prozent hoch.

Nach einem Umsatz- und Gewinnplus blickt Infineon dank des Booms bei Rechenzentren und einer höheren Nachfrage aus der Autobranche zuversichtlicher auf die kommenden Monate. "Wir bereiten uns auf einen breiten Aufschwung vor", sagte Jochen Hanebeck, der Chef des in Österreich stark investierten deutschen Chipkonzerns. Der Auftragseingang ist in den vergangenen Monaten um ein Viertel gestiegen und habe Ende März ein Volumen von 25 Milliarden Euro erreicht. Bei einigen Halbleitern ist die Produktion bis ins kommende Geschäftsjahr hinein ausgebucht. Die Aktie kam nach einem zuletzt sehr guten Lauf um 2,7 Prozent zurück.

Philips befestigten sich um 1,6 Prozent. Der Medizintechnikkonzern ist trotz Gegenwind durch den starken Euro sowie die Auswirkungen durch US-Zölle mit positiven Vorzeichen in das neue Geschäftsjahr gestartet. So verzeichnete der Konkurrent von Siemens Healthineers im ersten Quartal einen starken Auftragseingang. Das operative Ergebnis fiel besser aus als erwartet und Philips bekräftigte seine Prognose. Allerdings warnte das Unternehmen vor Störungen in der Lieferkette und steigenden Kosten im Zuge des weiter schwelenden Nahost-Krieges.

Novo Nordisk sprangen um mehr als sieben Prozent hoch. Der dänische Pharmahersteller hebt nach einem überraschend schwungvollen ersten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr leicht an. Grund seien die inzwischen aufgehellten Erwartungen für das wichtige Geschäft mit Gewichtssenkern. So habe sich die erst kürzlich in den USA gestartete neue Abnehmpille für den Konzern in den ersten Wochen als die bisher stärkte Markteinführung in dieser Kategorie erwiesen, hieß es.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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