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Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent am Terminmarkt 105,14 US-Dollar und damit rund sieben Prozent weniger als am Freitag. Grund dafür ist ein Medienbericht über die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran, die Sorgen vor einer baldigen Wiederaufnahme amerikanischer Militärangriffe dämpften.
Auch an der Wall Street ging es im Verlauf im Zuge einer Erholungsbewegung klar ins Plus, nachdem die US-Börsen am Freitag noch tiefrot geschlossen hatten. Bevor die Zwischenwahlen in den USA am Dienstag für Spannung sorgen dürften, veröffentlicht in der laufenden Berichtssaison zum Wochenstart nach US-Börsenschluss der iPhone-Hersteller Apple als vorletztes Unternehmen aus der Gruppe der Magnificent 7 seine Quartalszahlen. Der US-Techsektor stand zuletzt merklich unter Druck.
Schwach zeigten sich in Folge rückläufiger Rohölpreise europaweit Aktien aus dem Ölsektor. So verloren Eni und TotalEnergies 2,3 bzw. 2,1 Prozent. In London gaben BP-Aktien um starke 4,5 Prozent nach.
Gesucht waren hingegen Aktien von Fluggesellschaften und Touristikunternehmen, die vom Ölpreisrückgang profitierten. So stiegen die Papiere von Tui um 5,9 Prozent und jene der AUA-Mutter Lufthansa um 4,1 Prozent.
Die hohen Kerosinkosten im Zusammenhang mit dem US-iranischen Krieg belasteten den Billigflieger Ryanair auch im zweiten Geschäftsquartal. Der Gewinn nach Steuern sank um sechs Prozent. Für das kommende Jahr rechnet Ryanair mit zwei Milliarden Euro höheren Treibstoffkosten und plant deshalb ein umfassendes Sparprogramm. Die Ryanair-Papiere verteuerten sich zum Sitzungsende um 5,2 Prozent.
In Paris brachen die Aktien des Bahntechnikkonzerns Alstom nach einer Rücknahme der Margenprognosen im Verlauf um 26 Prozent ein und fielen damit auf ein Zweijahrestief. Die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern erwarten die Franzosen im Geschäftsjahr 2026/27 nur noch bei 1 Prozent anstelle der bisher avisierten 6,5 Prozent. Hintergrund sind unter anderem Probleme und gravierende Verzögerungen bei der Elektrotriebzug-Plattform Coradia Max.
Für die Aktien von Forvia ging es nach der Bekanntgabe aktueller Geschäftszahlen des französischen Autozulieferers um 5,4 Prozent aufwärts. Forvia bekommt weiterhin das schwierige Geschäft der internationalen Automobilhersteller in China zu spüren. Der Umsatz der Franzosen sank in den ersten neun Monaten um 2,7 Prozent. Im dritten Quartal legte der Erlös hingegen um ein Prozent zu. An seinem Jahresausblick hält Forvia fest.
Mit Spannung werden an den Börsen auch die am Abend anstehenden Apple-Quartalszahlen und der Ausgang der US-Kongresswahlen am Dienstag erwartet. Bei den sogenannten "Midterms" geht es um die künftigen Mehrheiten in beiden Kongresskammern. Wichtig für die Börsen dürfte in Folge auch der am Freitag anstehende monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung sein.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON