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Der deutsche DAX legte 0,61 Prozent auf 26.598 Einheiten zu, zuvor hatte der deutsche Leitindex ein neues Rekordhoch markiert und damit die bisherige Bestmarke vom August übertroffen. In London steigerte sich der FTSE um 0,86 Prozent auf 10.922 Zähler.
"Die Märkte können dem Wahlergebnis gleich mehrere positive Faktoren auf einmal abgewinnen", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Das Ergebnis stand schnell fest, es ist eindeutig, Trump akzeptiert es und geteilte politische Macht bringt weniger Risiko für politische Überraschungen. Die Börse liebt Berechenbarkeit und steigt."
Die zuletzt klar gesunkenen Rohölpreise wurden international goutiert. Ölwerte wurden hingegen von der Preisentwicklung belastet. Auch bei Technologiewerte gab es eine erneut schwächere Tendenz zu sehen. Hier rutschten vor allem Titel aus dem Chipbereich ab. ASML büßten 2,2 Prozent an Kurswert ein.
Rohstoff- und Stahlwerte standen hingegen in der Gunst der Anleger am weitesten oben. ArcelorMittal-Papiere stärkten sich hier um 4,5 Prozent. Der Stahlriese hatte mit den Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Die Analysten der Citigroup hoben dabei den operativen Gewinn (Ebitda) und den Ausblick für Flachstahl in Europa positiv hervor.
Für die Anleger von Rheinmetall scheint es ein rabenschwarzer Tag zu werden, nachdem der Rüstungskonzern am Vorabend nach Börsenschluss erneut die Prognose senken musste. Die Strategie der Düsseldorfer sei nicht falsch, die bisherigen Ziele seien aber wohl unrealistisch, schrieb JPMorgan-Experte David Perry. Die Aktien brachen weit abgeschlagen auf dem letzten Platz im DAX um 16 Prozent ein.
Die Commerzbank bleibt auf Rekordkurs und hat in den ersten neun Monaten 2026 mehr Gewinn erzielt als im gesamten Vorjahr. "Die starke Geschäftsentwicklung belegt, welches Potenzial in der Commerzbank steckt", bilanzierte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. An der Börse wurde der Rekordgewinn jedoch mit Kursverlusten in Höhe von 2,2 Prozent quittiert.
ABB sanken um 0,4 Prozent. China will einem Medienbericht zufolge die milliardenschwere Übernahme der Robotiksparte des Schweizer Technologiekonzerns ABB durch den japanischen Investor SoftBank blockieren. Die chinesische Reform- und Entwicklungskommission (NDRC) werde den 5,4 Milliarden Dollar schweren Zukauf nicht genehmigen.
Die Aktien der Deutschen Telekom gaben um 2,4 Prozent nach. Die Zahlen seien stark ausgefallen und liegen über den Erwartungen, sagte ein Händler. Er verwies allerdings auch auf wieder aufkommende Sorgen bezüglich einer kompletten Fusion mit T-Mobile US. Die Dividende will die Telekom erhöhen um zehn Prozent, am Markt war aber mit einer noch stärkeren Steigerung gerechnet worden.
Aktien von Moller-Maersk sind stark unter Druck gekommen und brachen um fast sieben Prozent ein. Experten der AL Sydbank verwiesen auf das Ergebnis des Logistikunternehmens im dritten Quartal, das die Erwartungen verfehlt habe. Zudem lag der neue Ausblick unter den durchschnittlichen Schätzungen von Analysten.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON