Europas Leitbörsen im Minus - Euro-Stoxx-50 verliert 1,3%

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Tendenz zeigt abwärts
 © APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Dienstagvormittag Verluste aufgewiesen. Der Euro-Stoxx-50 verlor etwa 1,3 Prozent auf 5.846 Punkte. Für den DAX ging es 1,5 Prozent auf 24.577 Zähler abwärts. Der FTSE-100 fiel um 1,3 Prozent auf 10.060 Einheiten. Das Marktgeschehen wird weiter vom Streit um Grönland geprägt.

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US-Präsident Donald Trump hat seine Zolldrohungen wiederholt. Die Verschärfung der Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders schwierig.

Im weiteren Handelsverlauf werden die ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht. "An der von Sorgen geprägten Stimmung wird auch der verbessert erwartete ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen am heutigen Vormittag nichts ändern", kommentierten Experten der Helaba. Schließlich seien die Daten vor den jüngsten Zollandrohungen im Grönland-Streit erhoben worden.

Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.

Am Montag hatten europaweit besonders Autowerte und Technologiewerte starke Verluste hinnehmen müssen. Der Auto-Branchenindex war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. BMW , Mercedes und VW blieben am Dienstag deutlich über ihren Vortagestiefs. BMW legten gar etwas zu. Dies gilt auch für Adidas, die knapp über dem Vorjahrestief zunächst die Wende schafften.

Bei Siemens Energy strichen Anleger weiter Gewinne ein. Die Papiere der Münchner hatten mit ihrem Rekord am vergangenen Donnerstag 2026 bereits wieder 13 Prozent gewonnen, nachdem sie sich im Vorjahr mit plus 139 Prozent deutlich mehr als verdoppelt hatten.

FMC fielen wieder auf das tiefste Niveau seit Herbst 2024 zurück. Der Dialysekonzern bekomme 2026 aus einigen Richtungen Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und strich seine Kaufempfehlung.

Im Plus fand sich an der Pariser Börse TotalEnergie, nachdem das Analysehaus Jefferies nach Zahlen den französischen Energieversorger auf "Buy" mit einem Kursziel von 66 Euro belassen hat. Dank eines starken Geschäfts mit der Verarbeitung von Öl und Gas habe der Cashflow des Öl- und Gaskonzerns im Schlussquartal 2025 positiv überrascht, hieß es.

Zudem schafften Salzgitter hauchdünn einen neuerlichen Höchststand seit dem Jahr 2018. Das Investmenthaus Oddo BHF änderte seine Meinung komplett und sprach nach bisheriger Skepsis eine Empfehlung aus.

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