Wiener Börse verliert nach neuer US-Zollankündigung

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Trumps Zollankündigung im Grönland-Streit dämpft Risikofreude
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Die Zolldrohung des US-Präsidenten Donald Trump an einige europäische Länder hat die Kurse auch am Wiener Aktienmarkt etwas unter Druck gebracht. Dabei fielen die Abgaben im europäischen Vergleich aber unterdurchschnittlich aus. Der ATX unterbrach seine Rekordjagd und gab um 0,53 Prozent auf 5.441,57 Einheiten nach. Der ATX Prime schloss 0,57 Prozent leichter bei 2.700,88 Zähler.

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US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende im Streit um Grönland mit neuen Strafzöllen gedroht, die ab Februar schrittweise auf bis zu 25 Prozent steigen und mehrere europäische NATO-Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, betreffen würden. Als Reaktion berief EU-Ratspräsident António Costa für Donnerstag einen Sondergipfel ein; zahlreiche EU-Politiker sprachen sich für eine geschlossene und selbstbewusste Antwort aus. Zugleich signalisierte die EU-Kommission Dialogbereitschaft und warnte vor den wirtschaftlichen Schäden weiterer Zölle für beide Seiten.

Deutlichere Abgaben als am Wiener Aktienmarkt gab es im europäischen Umfeld zu sehen, insbesondere bei einigen der exportlastigeren Titeln aus Ländern, die direkt von Zöllen betroffen wären. Marktbeobachter erwarten, dass die in den vergangenen Wochen angesichts erhöhter Wachstumserwartungen aufgekommene Risikofreude in den kommenden Wochen gedämpft bleiben dürfte. Eine stärkere Reaktion an den Märkten dürfte aber ausbleiben, bis sich ein klareres Bild, etwa über die Antwort der EU, ergebe.

Mit Blick auf die Einzelwerte rückten in Wien der Energieversorger Verbund und der Stahlkonzern voestalpine nach Analystenstudien in den Fokus. Für den Verbund senkten die Analysten von Deutsche Bank Research das Kursziel von 60,0 auf 58,0 Euro. Die Einstufung "Sell" wurde beibehalten. "Der Verbund steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen, darunter schwache Wasserkraft, Ausfälle und neue Vorschriften für das Versorgungsgeschäft", erklärte Analyst James Brand die Entscheidung. Die Papiere des Stromunternehmens fielen um 2,6 Prozent auf 61,80 Euro.

Einen positiven Akzent setzten hingegen voestalpine, die an der ATX-Spitze um 1,4 Prozent auf 39,32 Euro zulegten, nachdem Barclays das Kursziel für die Aktien von 35,0 Euro auf 44,0 Euro angehoben hatte. Die Anlageempfehlung des Analystenteams um Tom Zhang lautet auf "Overweight". Erklärt wird das damit, dass "ein weiteres solides Quartal, jedoch mit einem sequenziellen Rückgang gegenüber dem Vorquartal trotz besserer Saisonalität, erwartet wird."

Damit waren die voest-Aktien eine der wenigen, die sich im ATX Prime im Plus fanden. Gefragt waren noch Versicherer sowie die Titel der Telekom Austria. Klare Verluste gab es überwiegend bei den Zyklikern aus dem Bausektor und der Industrie.

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