Europas Börsen stark im Minus, Trumps Zolldrohungen belasten

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Besonders sensibel reagierten die Autowerte
 © APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON
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Neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben Europas wichtigsten Aktienmärkten einen Fehlstart in die neue Börsenwoche eingebrockt. Der Euro-Stoxx-50 verlor 1,7 Prozent auf 5.930 Punkte. Für den DAX ging es 1,4 Prozent auf 24.940 Zähler abwärts. Der FTSE-100 fiel um 0,6 Prozent auf 10.172 Einheiten. Der Schweizer SMI verlor 1,1 Prozent auf 13.271 Punkte.

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US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekündigt, dass für acht Länder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni dann sogar Zölle von 25 Prozent. Dies solle gelten, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland.

Ende der Woche solle es nun einen Sondergipfel geben, kündigte EU-Ratspräsident António Costa am Sonntagabend in Brüssel an. Schon jetzt wird fieberhaft über Handlungsoptionen beraten, denn es gilt eine gefährliche Gratwanderung zu bewältigen. Einerseits müssen die Europäer Trump zeigen, dass sie sich ein solches Vorgehen nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite gilt es, eine Eskalation zu vermeiden, denn die Europäer sind in Verteidigungs- und Technologiefragen extrem abhängig von den Vereinigten Staaten.

Der "Deal Maker" im Weißen Haus schwinge erneut die Zoll-Keule und treffe Europa damit an einem empfindlichen Nerv, kommentierte das Research-Team von ActivTrades. "In einer Zeit, in der der Kontinent durch den anhaltenden Ukraine-Krieg ohnehin wirtschaftlich massiv unter Druck steht, sorgt die Ankündigung neuer US-Handelsbarrieren für Schockwellen."

Die Zollrisiken machten sich stark im Automobilsektor bemerkbar und dabei vor allem bei den deutschen Autowerten. Der europäische Sektorindex fiel auf seinen niedrigsten Stand seit Oktober gefallen und büßte zuletzt 2,6 Prozent ein. Die Aktien von Stellantis und Renault fielen um 1,6 beziehungsweise 2,2 Prozent.

Auch Luxusgüterwerte wurden überdurchschnittlich vom neuen Zollstreit belastet. So verbuchten die Aktien von Kering , Richemont , Hermes und LVMH Einbußen zwischen 2,6 und 4,3 Prozent. Bei LVMH kam als zusätzlicher negativer Einflussfaktor noch hinzu, dass Morgan Stanley die Aktien von "Overweight" auf "Equal-Weight" abgestuft hatte.

Gegen den Trend leicht im Plus tendierte der europäische Telekomsektor. Ausschlaggebend dafür waren Übernahmespekulationen. Wie die Zeitung "El Confidencial" unter Berufung auf ungenannte Quelle berichtet, hat die spanische Telefonica die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, den Telekomkonzern bei seinem wiederbelebten Plan zur Übernahme von Vodafone Espana zu unterstützen. Morgan Stanley würde bei einer etwaigen Kapitalerhöhung helfen, die der spanische Telekomkonzern möglicherweise dafür benötige. Die Aktien von Vodafone stiegen in London zuletzt um 0,9 Prozent, während die Telefonica-Papiere kaum verändert notierten.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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