Europas Börsen nach neuen US-Zolldrohungen mit Verlusten

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Euro-Stoxx-50 büßt 1,72 Prozent ein
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Neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben Europas wichtigsten Aktienmärkten zum Wochenstart merklich belastet. Der Euro-Stoxx-50 verlor am Montag zum Sitzungsende 1,72 Prozent auf 5.925,82 Punkte. Für den DAX ging es 1,34 Prozent auf 24.959,06 Zähler abwärts. Der FTSE-100 fiel um vergleichsweise moderate 0,39 Prozent auf 10.195,35 Einheiten.

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US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekündigt, dass für acht Länder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni dann sogar Zölle von 25 Prozent. Dies solle gelten, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische NATO-Länder, darunter auch Deutschland.

Die Europäische Union schließt im Kampf um Grönland ihre Reihen: EU-Ratspräsident António Costa hat für Donnerstagabend einen Sondergipfel der Staats-und Regierungschefs einberufen, um über eine Antwort auf die Zolldrohungen Trumps zu beraten. Zahlreiche EU-Spitzenpolitiker sprachen sich für scharfe wirtschaftspolitische Vergeltungsmaßnahmen aus.

Einerseits müssen die Europäer Trump zeigen, dass sie sich ein solches Vorgehen nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite gilt es, eine Eskalation zu vermeiden, denn die Europäer sind in Verteidigungs- und Technologiefragen extrem abhängig von den Vereinigten Staaten.

Der "Deal Maker" im Weißen Haus schwinge erneut die Zoll-Keule und treffe Europa damit an einem empfindlichen Nerv, kommentierte das Research-Team von ActivTrades. "In einer Zeit, in der der Kontinent durch den anhaltenden Ukraine-Krieg ohnehin wirtschaftlich massiv unter Druck steht, sorgt die Ankündigung neuer US-Handelsbarrieren für Schockwellen."

Die Zollrisiken machten sich stark im Automobilsektor bemerkbar und dabei vor allem bei den deutschen Autowerten. Der europäische Sektorindex fiel auf seinen niedrigsten Stand seit Oktober und büßte 2,2 Prozent ein. Die Aktien von Porsche Automobil Holding und BMW bremsten 3,9 bzw. 3,7 Prozent. Volkswagen gaben 2,9 Prozent nach.

Noch wesentlich schwächer als Autos waren Technologiewerte, deren Sektor um 3,1 Prozent zurückfiel. Hier büßten die Papiere des Sektorschwergewichtes ASML vier Prozent ein.

Auch Luxusgüterwerte wurden überdurchschnittlich vom neuen Zollstreit belastet. So verbuchten die Aktien von Christian Dior, Kering und LVMH Einbußen zwischen 3,8 und 4,5 Prozent. Bei LVMH kam als zusätzlicher negativer Einflussfaktor noch hinzu, dass Morgan Stanley die Aktien von "Overweight" auf "Equal-Weight" abgestuft hatte.

Gegen den Trend stabil tendierte der europäische Telekomsektor. Ausschlaggebend dafür waren Übernahmespekulationen. Wie die Zeitung "El Confidencial" unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, hat die spanische Telefonica die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, den Telekomkonzern bei seinem wiederbelebten Plan zur Übernahme von Vodafone Espana zu unterstützen. Morgan Stanley würde bei einer etwaigen Kapitalerhöhung helfen, die der spanische Telekomkonzern möglicherweise dafür benötige. Die Aktien von Vodafone stiegen in London um 1,2 Prozent, während die Telefonica-Papiere mit minus 0,2 Prozent schlossen.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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