Europas Leitbörsen fester dank klar rückläufiger Ölpreise

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Euro-Stoxx-50 gewinnt 1,08 Prozent
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Die Absage neuer Angriffe gegen den Iran durch die Vereinigten Staaten hat die europäischen Börsen zum Wochenbeginn dank klar tieferer Ölpreise angetrieben. Der Euro-Stoxx-50 als Leitindex für die Eurozone legte um 1,08 Prozent auf 6.426,50 Punkte zu und markierte damit eine weitere Höchstmarke.

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Einen Rekord gab es zudem in Frankfurt. Der DAX überwand erstmals in seiner Geschichte die Marke von 26.000 Punkte. Geschlossen hat der Leitindex - gestützt vor allem von einem fast fünfprozentigen Kursgewinn der schwergewichteten SAP-Aktie - mit 1,45 Prozent im Plus bei 26.001,31 Zählern. Der britische FTSE-100 schloss hingegen mit minus 0,10 Prozent bei 10.857,70 Punkten knapp in der Verlustzone.

US-Präsident Donald Trump kündigte nach der vorläufigen Absage weiterer Angriffe auf den Iran eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern der Islamischen Republik an. Die Verhandlungen sollten am Montag stattfinden. Wo die Gespräche geführt werden sollen, ob sie auf mehrere Tage angelegt sind und wer genau daran beteiligt ist, ließ er offen.

Die Absage an weitere Angriffe ließ die Öl- und Gaspreise an den Rohstoffmärkten hingegen klar fallen. Dies lastete auch auf den Kursen der Öl- und Gasproduzenten. Eni verloren 1,2 Prozent und Respol 1,3 Prozent. In London grenzten BP die deutlichen Verlaufsverluste zum Sitzungsende merklich ein auf 0,1 Prozent.

Unter den gefragtesten waren die Aktien der Automobilbranche, der Sektorindex setzte die jüngste Erholung damit fort. Ende Juni war der europäische Autosektor auf den tiefsten Stand seit 2020 gefallen. Renault beschleunigten um 4,4 Prozent. Mercedes und Volkswagen gewannen jeweils mehr als zwei Prozent.

Die jüngsten Entspannungssignale im Nahost-Konflikt beflügelten auch den Reisesektor. Die Anteilsscheine des Touristikkonzerns Tui kletterten auf den höchsten Stand seit Ende Februar und legten um 3,2 Prozent zu. Die Titel der Fluggesellschaft Lufthansa gewannen 2,2 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Telekom präsentierten sich mit einem Kursgewinn von fast fünf Prozent sehr fest. Händler verwiesen auf einen Bericht des US-Nachrichtenportals Semafor, wonach die US-Telekom-Tochter T-Mobile US die Pläne für eine mögliche Fusion mit der Telekom nicht länger unterstützen will. Ein solcher Deal sei am Markt wiederholt auf Ablehnung gestoßen, insofern sei die Nachricht positiv zu werten, sagte ein Börsianer. Die Deutsche Telekom hält aktuell etwas mehr als die Hälfte der T-Mobile-US-Anteile.

In London belastete der fast neunprozentige Kursrutsch von AstraZeneca. Der Pharmariese erwägt eine Übernahme seines US-Wettbewerbers Bristol Myers Squibb, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtete.

Die Titel von Beiersdorf reagierten mit einem Kursrückgang von 1,9 Prozent auf Quartalszahlen und einen eingetrübten Jahresausblick des Konsumgüterkonzerns. In der Spitze waren sie um bis zu 7,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat abgesackt. Analyst Callum Elliott von Bernstein Research sprach von einer Gewinnwarnung enormen Ausmaßes, in deren Folge der Analystenkonsens wohl um 15 Prozent sinken dürfte.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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