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Experten verwiesen erneut vor allem auf Inflationssorgen und die Befürchtung steigender Zinsen als Belastungsfaktoren. Für Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank bleiben die Anleiherenditen der wichtigste Taktgeber am deutschen Aktienmarkt. "Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den DAX", schrieb er. Hohe Inflationszahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern hatten bereits am Mittwoch für Verluste gesorgt.
Die Unterstützung durch die nachbörslich berichteten starken Quartalszahlen des US-Speicherchipherstellers Micron half kaum. Micron hatte ein weiteres Rekordquartal gemeldet und obendrein einen optimistischen Ausblick gegeben, was die Infineon-Aktie unter den wenigen Gewinnern im Euro-Stoxx-50 mit plus 1,7 Prozent nach oben trieb.
Fresenius gaben unterdessen um 1,5 Prozent nach. Der Medizin- und Krankenhauskonzern will seine Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernehmen. Für die übrigen Anteile im Umfang von 45 Prozent zahlt er bis zu 750 Millionen Euro.
Der italienische Versicherungskonzern Generali will seine Unternehmensstruktur vereinfachen. Der Verwaltungsrat hat mit Mehrheit die Fusion der vollständig kontrollierten Tochtergesellschaft Alleanza Assicurazioni mit Generali Italia beschlossen. Die Transaktion muss noch von der italienischen Versicherungsaufsicht genehmigt werden und soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen werden. Generali-Aktien lagen 1,7 Prozent im Minus.
Der US-Finanzinvestor Artisan Partners fordert die Schweizer Großbank UBS (Aktie minus 2,1 Prozent) wegen einer drohenden Verschärfung der staatlichen Eigenkapitalvorschriften zum Abzug aus der Schweiz auf. In einem in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichten Brief an den Verwaltungsrat der Bank erklärten die beiden Investmentteams Global Value und International Value, das Land sei für das Institut kein attraktiver Standort mehr. Die vorgeschlagenen Auflagen der Regierung seien überzogen und unnötig.
Poste Italiane hat die Kontrolle des ehemaligen Telekom-Austria-Aktionärs Telecom Italia (TIM) übernommen. Nach Abschluss des Übernahmeangebots hält der italienische Post- und Finanzdienstleister 85,82 Prozent der TIM-Aktien. Die Transaktion kostete knapp drei Milliarden Euro in bar und erhöhte die Nettofinanzverschuldung von Poste auf mehr als fünf Milliarden Euro. Rund 14 Prozent der TIM-Aktien befinden sich weiterhin im Besitz von Fonds und kleineren Aktionären. TIM-Aktien notierten 0,3 Prozent leichter, während die Titel der Poste Italiane 2,7 Prozent einbüßten.
Market indicators are displayed on digital screen at the Euronext trading exchange building in La Defense business district, west of Paris, on April 7, 2025. A global stock market rout deepened on April 7 and fears of recession rose after China retaliated against the US president's tariffs and Europe calibrated its response to the escalating trade war. (Photo by Thomas SAMSON / AFP)