Europas Leitbörsen am Vormittag tiefer

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Steigende Ölpreise und KI-Bedenken drücken Kurse
 © AFP, KIRILL KUDRYAVTSEV, Apa
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Die wichtigsten Börsen in Europa haben am Montag den Handel aufgrund der steigenden Ölpreise und neuer KI-Bedenken zumeist mit Kursverlusten aufgenommen. Für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging es am Vormittag gegen 10.00 Uhr um 0,73 Prozent auf 6.279 Punkte nach unten. In Frankfurt gab der deutsche Leitindex DAX 0,45 Prozent auf 25.454 Zähler ab. Außerhalb des Euroraums legte hingegen der FTSE-100 in London um 0,35 Prozent auf 10.687 Einheiten zu.

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Die Ölpreise haben zum Wochenstart wegen der weiter ungeklärten Lage rund um die Straße von Hormuz zugelegt. Massiv unter Druck gerät der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien: Wegen der zunehmenden Bedrohung der zweiten Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten.

Mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed wirft auch ein anderes wichtiges Ereignis im Wochenverlauf bereits seine Schatten voraus. "Mit jedem weiteren Ölpreisschub wächst die Sorge, dass die Inflation befeuert und die Notenbanken unter Zugzwang gesetzt werden könnten", erklärte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader.

Zudem belasten neue Befürchtungen rund um das Trendthema KI wegen aufkommender Forderungen nach einer verlangsamten Entwicklung dieser Technologie, die in Asien vor allem die südkoreanische Börse bremste.

Die KI-Sorgen belasten am Montag weltweit die Werte mit Fantasie bei diesem Trendthema. In Seoul litten die Aktien von SK Hynix und Samsung darunter. Die Bewegung schwappt aber auch nach Europa und in die USA über. Aus dem DAX wurden die Titel der KI-Profiteure Siemens Energy, Infineon und Hochtief bis zu fünf Prozent tiefer gehandelt. Am breiteren Markt erwischte es die Aktien von Chip-Branchenausrüstern wie Aixtron, Suss Microtec und Jenoptik mit Abgaben von bis zu sechs Prozent ebenfalls deutlich.

"Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte", kommentierten die Experten der LBBW. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Infrastruktur bleibe hoch, doch gerade wegen ihrer Bewertung seien Technologiewerte anfällig für Zweifel an den gewaltigen Investitionssummen.

Im Gegensatz dazu zeigten sich die Software-Aktien gut erholt. Die Anteilsscheine von SAP waren mit einem Kursanstieg von 2,5 Prozent DAX-Spitzenreiter. Im MDAX standen die Titel von Nemetschek mit plus 3,3 Prozent ganz oben in der Anlegergunst.

Die in Zürich börsenotierten Aktien von ams-Osram fielen um über sechs Prozent auf 17,07 Franken. Dabei haben die Analysten der Deutsche Bank Research ihr Kursziel für die Titel des österreichisch-deutschen Chip- und Sensorherstellers von 16 auf 19 Franken nach oben revidiert. Das Anlagevotum "Hold" hat der zuständige Experte Robert Sanders unverändert gelassen.

Für die Papiere von Bayer ging es um 2,1 Prozent nach oben. Im Anlegerfokus steht dabei eine Anhörung vor einem Gericht im US-Bundesstaat Missouri mit Blick auf die finale Genehmigung eines Sammelvergleichs zu den Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter "Roundup". Die Anhörung startet am Montag. Die Entscheidung des Gerichts wird den Angaben des Unternehmens zufolge erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.

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