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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gewann vor dem Wochenende 0,90 Prozent auf 6.325,13 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX um 0,82 Prozent fester bei 25.568,56 Zählern. Außerhalb des Euroraums notierte der britische FTSE 100 0,39 Prozent höher bei 10.650,44 Zählern.
Die Anleger blieben aber angesichts der unsicheren Lage im Nahost-Konflikt vorsichtig. Im Verlauf standen die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise international im Fokus.
Die vom Ölpreisschock getriebene Inflation in den USA hat sich im August auf hohem Niveau stabilisiert. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach ebenfalls 3,4 Prozent im Juli. Experten hatten einen Zuwachs in dieser Höhe erwartet.
Alles in allem steigt damit der Druck auf die Notenbank Fed, ihren Leitzins am kommenden Mittwoch erstmals seit Sommer 2023 anzuheben, schreibt ein Experte von der LBBW in einer ersten Einschätzung. Ein Zinsschritt kann zwar nicht als ausgemachte Sache gelten, aber die heute veröffentlichten Inflationszahlen könnten doch den entscheidenden Ausschlag gegeben haben, hieß es weiter.
An der Spitze der europäischen Sektoren lagen die Banken- und Medienwerte. Die jeweiligen Branchenindizes stiegen jeweils etwa 1,4 Prozent. Schwächste Branche war der Chemiesektor mit einem Minus von einem Prozent. Auch Einzelhandelswerte standen auf den Verkaufslisten der Anleger.
Im Euro-Stoxx-50 markierten BASF und Rheinmetall mit Abschlägen von 2,8 bzw. 2,5 Prozent das untere Ende der Kursliste. Die US-Bank JPMorgan bekräftigte in einer Branchenbetrachtung ihre skeptische Einschätzung eher global aufgestellter Chemiewerte wie BASF mit einem hohen internationalen Produktions- und Absatzanteil.
Spitzenreiter war hingegen die Aktie von Infineon mit plus fünf Prozent, gefolgt von den Papieren von Intesa San Paolo und Deutsche Telekom mit Zuwächsen von jeweils 2,6 Prozent.
Unter den weiteren Einzelwerten verloren die Titel von Novo Nordisk 3,4 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktie des dänischen Pharmakonzerns auf "Underweight" abgestuft hatte. Die Bewertung des Spezialisten für Diabetes- und Abnehmpräparate spiegle mittelfristig maue Wachstumsperspektiven noch nicht angemessen wider, schrieb Analyst Thibault Boutherin. Gleiches gelte für die Bedeutung des näher rückenden Patentauslaufs von Semaglutid. Die gut laufende Abnehmpille werde den Gegenwind für den Konzern nicht gänzlich kompensieren können, schätzt der Experte.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND