Europas Börsen überwiegend höher, Euro-Stoxx-50 plus 0,42 %

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DAX von schwacher Adidas-Aktie belastet im Minus
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Europas wichtigste Börsen haben sich am Donnerstagvormittag überwiegend im Plus gezeigt. Negative US-Vorgaben lasteten in Europa somit nicht auf den Aktienkursen. Im Fokus steht vor allem die Vielzahl an präsentierten Unternehmensergebnissen in der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison.

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Der Euro-Stoxx-50 gewann zuletzt 0,42 Prozent auf 6.275 Einheiten. In Frankfurt gab der DAX hingegen belastet von der Kursschwäche bei der Adidas-Aktie 0,17 Prozent auf 25.417 Einheiten nach. Außerhalb der Eurozone verbesserte sich der FTSE-100 um 0,52 Prozent auf 10.965 Einheiten.

Die Adidas-Titel brachen um mehr als 17 Prozent ein und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich. Der Sportartikelhersteller hat im zweiten Quartal dank der Fußball-Weltmeisterschaft ein starkes Wachstum verzeichnet. Als Folge erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose. Allerdings gab Adidas auch deutlich mehr für Marketing aus. Dies, sowie höhere Kosten für Fracht, Beschaffung und US-Zölle bremsten die Ergebnisentwicklung, die unter den Erwartungen der Analysten ausfiel.

Angesichts des Rüstungsbooms steckt sich BAE Systems höhere Jahresziele. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr zwischen acht und zehn Prozent zulegen, wie der britische Rüstungskonzern mitteilte. Bisher waren sieben bis neun Prozent Umsatzwachstum angepeilt. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) soll statt um neun bis elf nun um zehn bis zwölf Prozent steigen. Die BAE-Titel reagierten mit plus 1,4 Prozent.

BMW-Papiere beschleunigten um 2,2 Prozent. Der Autobauer bekommt die Krise im wichtigen Absatzmarkt China weiter deutlich zu spüren. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal im Jahresvergleich um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die Ergebnisse kamen dabei noch deutlicher unter Druck: Die für den Kapitalmarkt wichtige Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte sackte von 5,4 auf 2,3 Prozent ab. Analysten hatten sogar noch einen etwas deutlicheren Rückgang einkalkuliert.

Shell verteuerten sich um 1,6 Prozent. Die wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Gewinne bei dem Ölriesen weiter sprudeln. Im zweiten Quartal erwirtschaftete der britische Energiekonzern trotz Produktionsausfällen im Nahen Osten einen um Sonderposten bereinigten Gewinn von 9,8 Mrd. US-Dollar (8,6 Mrd Euro). Das waren 42 Prozent mehr verglichen mit dem Vorquartal und zugleich mehr als von Analysten erwartet.

Anheuser Busch (AB) Inbev fielen um 1,9 Prozent. Der belgische Bierbrauer hat im zweiten Quartal von einer gestiegenen Nachfrage nach Bier profitiert. Rückenwind kam dabei auch von der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Erlöse erhöhten sich um 5,6 Prozent auf rund 16,7 Mrd. US-Dollar (rund 14,6 Mrd Euro), was etwas über den Markterwartungen liegt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) verbesserte sich im Quartal um 5,8 Prozent auf 5,9 Mrd. Dollar. Auch hier hatten Branchenexperten etwas weniger auf dem Zettel.

Die ING-Aktie verteuerte sich um 2,6 Prozent. Die niederländische Großbank hat im zweiten Quartal dank zweistellig steigender Zins- und Provisionseinnahmen deutlich mehr verdient. Der Überschuss stieg um 16 Prozent auf 1,95 Mrd. Euro. Der Gewinn zog damit stärker an, als Experten erwartet hatten.

Air France-KLM verloren 0,5 Prozent an Höhe. Die Fluggesellschaft kappt wegen der hohen Kerosinpreise ihre Wachstumspläne für das laufende Jahr. Das Flugangebot werde statt um bis zu 4 Prozent nur um höchstens 3 Prozent wachsen. Damit reagiert Konzernchef Ben Smith auch auf die verschärfte Konkurrenz von Billigfliegern. Im zweiten Quartal brach der Gewinn des Konzerns im Jahresvergleich um drei Viertel auf nur noch 153 Mio. Euro ein.

Rolls-Royce zogen fünf Prozent hoch. Nach einem überraschend starken ersten Halbjahr erhöht der britische Triebwerkshersteller seine Jahresziele. Das Management erwartet nun einen bereinigten operativen Gewinn von 4,7 bis 4,9 Mrd. britischen Pfund. Bisher standen 4,0 bis 4,2 Mrd. im Plan.

British American Tobacco (BAT) fielen um 1,1 Prozent. Der britische Zigarettenkonzern hat im ersten Halbjahr mehr erlöst als im Vorjahr. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf 12,2 Mrd. britische Pfund (knapp 14,3 Mrd. Euro). Während das klassische Geschäft weiterhin unter Druck stand, wuchs der Bereich mit Zigarettenalternativen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn der Briten legte um 2,5 Prozent auf gut 5,4 Mrd. Pfund zu.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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