Europas Börsen mehrheitlich im Minus, Euro-Stoxx-50 -0,6%

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Einigen positiven Quartalszahlen stehen anziehende Ölpreise gegenüber
 © APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON
©APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Europas wichtigste Börsen haben sich am Mittwochvormittag mehrheitlich im Minusbereich gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,64 Prozent auf 6.250 Einheiten nach. In Frankfurt fiel der DAX um 0,22 Prozent auf 25.408 Punkte. Außerhalb der Eurozone stieg der FTSE-100 leicht um 0,13 Prozent auf 10.825 Zähler.

von

Höheren Ölpreisen nach neuerlichen Angriffen des Irans im Krieg mit den USA standen eine Reihe positiv aufgenommener Quartalszahlen gegenüber, hieß es aus dem Handel. Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele im Iran haben Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Alle Geschosse seien jedoch abgefangen worden.

Das Highlight des heutigen Tages ist auf fundamentaler Ebene am Abend die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, schrieben die Helaba-Analysten in ihrem Tagesausblick. Eine Veränderung des Leitzinsniveaus wird mehrheitlich nicht erwartet - die Märkte haben dies aber mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 35 Prozent eingepreist. Insofern ist es marktseitig ein relativ unsicheres Ereignis, hieß es weiter von den Experten.

In einer Branchenbetrachtung ging es klar abwärts für Technologiewerte. Der südkoreanische Chipproduzent SK Hynix hatte die hochgesteckten Erwartungen verfehlt und drückte damit international auf die Aktienkurse. In Europa tauchten die Papiere von ASM International um 8,7 Prozent tiefer. BE Semiconductor rasselten um 3,6 Prozent nach unten. Infineon und ASML fielen jeweils um 2,3 Prozent.

Unter den festen Öl- und Gaswerten kletterten Eni fast fünf Prozent hoch. Der italienische Energiekonzern hat im ersten Halbjahr 2026 seinen bereinigten Nettogewinn deutlich gesteigert. Wie das Unternehmen mitteilte, legte dieser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 3,635 Milliarden Euro zu. Im zweiten Quartal verdoppelte sich der bereinigte Nettogewinn nahezu und stieg um 106 Prozent auf 2,333 Milliarden Euro.

Der Bergbaukonzern Rio Tinto hat im ersten Halbjahr dank gestiegener Rohstoffpreise wie etwa für Kupfer deutlich mehr Gewinn erzielt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 28 Prozent auf 14,8 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich stieg der Gewinn noch deutlicher um 47 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten bei beiden Kennziffern weniger erwartet. Die Anteilsscheine bauten ein Plus von 1,4 Prozent.

Der schwedische Hausgerätehersteller Electrolux hat im zweiten Quartal überraschend viel verdient, kämpft jedoch weiter mit Problemen in seinem wichtigen nordamerikanischen Markt. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg auf 1,2 Milliarden Kronen (108,47 Millionen Euro) nach 797 Mio. im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen, zu dessen Marken AEG gehört, mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit 617 Mio. gerechnet. Die Electrolux-Titel sprangen um knapp 13 Prozent in die Höhe.

Die Nachfrage nach proteinreichen Joghurts sowie angereicherten Getränken für ältere und kranke Menschen hat das Geschäft des Lebensmittelkonzerns Danone im zweiten Quartal angetrieben. Der vergleichbare Umsatz stieg um 4,2 Prozent. Damit wuchs das Unternehmen stärker als von Analysten erwartet. Die Danone-Titel gaben dennoch vier Prozent ab. Analysten fanden an den vordergründig soliden Quartalszahlen Schwachpunkte. So bemängelten die Experten von Jefferies die Abschwächung des China-Geschäfts.

Beim französischen Luxuskonzern Hermes haben sich die Geschäfte nach einem schwachen Jahresstart zuletzt belebt. Der Erlös kletterte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 4,8 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro. Bereinigt um die Folgen des starken Euro betrug das Plus 6,7 Prozent, Analysten hatten mit etwas weniger Zuwachs gerechnet. Die Hermes-Papiere sackten dennoch um fast acht Prozent ab.

Ein starkes Geschäft in Spanien und Brasilien hat Telefonica zu einem überraschend deutlichen Gewinnplus verholfen. Das bereinigte operative Ergebnis des spanischen Telekomkonzerns ist im zweiten Quartal um 6,4 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro gestiegen. Hier gab es ein Aktienminus von 0,4 Prozent zu sehen.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages