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Der deutsche Aktienmarkt verzeichnete ebenfalls einen schwachen Wochenauftakt. Der DAX fiel 0,50 Prozent auf 25.440,81 Punkte. Außerhalb der Eurozone wurden hingegen Kursgewinne registriert. Hier griffen die Anleger verstärkt bei als defensiv geltenden Branchen wie dem Pharma- oder dem Nahrungsmittelsektor zu. Dabei legte der britische FTSE-100 um 0,44 Prozent auf 10.697,57 Zähler zu. Auch in Zürich ging es nach oben.
Europaweit litten die Rohstoffwerte stark unter Ängsten vor einer Abkühlung der globalen Konjunktur, nachdem der Preis für Rohöl als Schmiermittel der Weltwirtschaft am Montag wieder deutlich zulegte. Am Wochenende hatte es einige Rückschläge für den Ölmarkt gegeben. So setzt der Konflikt im Nahen Osten den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien heftig unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormuz und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch eine wichtige Pipeline abschalten. Zudem wurde das für diesen Montag geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman nach Angaben aus Maskat verschoben.
Technologiewerte sackten zum Wochenstart im Durchschnitt um starke 3,5 Prozent ab. Sie gelten wie die Rohstofftitel als konjunktursensibel, litten aber zudem unter aufkommenden Forderungen nach einer verlangsamten Entwicklung im Bereich der KI. Nach dem Schock eigenständiger KI-Hacking-Attacken sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, fürchtet Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic.
Unter den Einzelwerten traf es viele Werte mit Fantasie bei dem Trendthema KI hart. So fielen die Papiere des Chipkonzerns Infineon als Schlusslicht im Euro-Stoxx-50 um 7,7 Prozent. Für die Aktien von ASML ging es um 6,1 Prozent nach unten. In Paris rutschten die Anteilsscheine von STMicroelectronics um 6,5 Prozent ab.
Ferner bewegten Analystenkommentare die Kurse. So fielen die Anteilsscheine von Stellantis nach einer skeptischen Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley um drei Prozent. Die europäischen Autobauer stünden im Zwiespalt zwischen zyklischer Erholung und strukturellem Druck, schrieb Experte Javier Martinez de Olcoz Cerdan. Er kalkuliert mit einem schwachen Jahr 2027 wegen des Kostenanstiegs und Chinas Druck auf die globalen Märkte. Bei Stellantis sieht er eine Modellpalette, die der Konkurrenz hinterhinkt. Man habe daher wenig Optionen, die Investitionen zurückzufahren, um auf schwächere Barmittelzuflüsse zu reagieren.
Mit Blick auf Renault zeigt sich der Morgan-Stanley-Experte etwas zuversichtlicher. Die Franzosen profitierten immens vom starken europäischen Markt - und damit auch am stärksten von möglichen Abschirmungsmaßnahmen der Politik. Die Renault-Aktien gaben nach Verlaufsgewinnen zum Sitzungsende um 0,7 Prozent nach.
In Mailand freuten sich die Anleger von Campari über ein Kursplus von 5,5 Prozent. Die Großbank UBS hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Dank mehrerer kürzlich umgesetzter, strategischer Initiativen - darunter die Erweiterung des Portfolios von Aperitifs - sei der Getränkehersteller gut gerüstet für weiteres Wachstum.
Die in Zürich börsenotierten Aktien von ams-Osram fielen um mehr als zehn Prozent auf 16,32 Franken. Dabei haben die Analysten der Deutsche Bank Research ihr Kursziel für die Titel des österreichisch-deutschen Chip- und Sensorherstellers von 16 auf 19 Franken nach oben revidiert. Das Anlagevotum "Hold" hat der zuständige Experte Robert Sanders unverändert gelassen.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND