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Im Wochenverlauf hatte eine überraschend hohe Inflation in den USA Bedenken genährt, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Oktober ein weiteres Mal anheben und somit Finanzierungen verteuern könnte. Hinzu kamen Ängste mancher Anleger, dass sich die milliardenschweren Investitionen der KI-Konzerne womöglich nicht auszahlen könnten.
Dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, nun in einer Rede aber nicht spezifisch zur Geldpolitik äußerte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken. Zum Thema KI sagte er, dass Investitionen in diesen Bereich die US-Wirtschaft stark unterstützten. "Kevin Warsh gibt den Börsen den Optimismus zurück", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Gute Nachfrage gab es zum Wochenschluss vor allem in traditionellen Branchen. Gut gesucht waren auch Rüstungsaktien und konnten sich damit weiter erholen. Aktien des deutschen Branchengiganten Rheinmetall lagen mit einem Kursplus von 6,3 Prozent an der Spitze im Euro-Stoxx-50 und im DAX. Im MDax gewannen TKMS, Renk und Hensoldt zwischen 4,4 und 6,0 Prozent. In Paris stiegen die Aktien der Branchenkollegen Thales 2,8 Prozent.
Bereits zum Wochenstart hatte sich die Stimmung der Anleger für Rüstungswerte nach positiven Kommentaren der Experten von Morgan Stanley aufgehellt. Die Analysten der US-Bank rechnen im Verteidigungssektor zum Jahresende mit einem Anstieg der Aufträge aus dem Bundeshaushalt. Dies könnte zu einer saisonalen Rally im Sektor führen und das Vertrauen in die Umsetzung der Ziele im Jahr 2027 stärken, hatte es geheißen.
Auch der Autosektor zeigte sich erholt. Im DAX belegten Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW mit Kursgewinnen zwischen 2,8 und 3,5 Prozent die vorderen Plätze. Angesichts der vorigen Tech-Schwäche waren klassische Industriebranchen generell gefragt. Außerdem stützte die Einigung zwischen Deutschland und Frankreich auf ein gemeinsames Auto-Paket.
Ganz vorn im MDAX aber schnellte der Aktienkurs von Nordex um 12,3 Prozent nach oben. Der Windkraftanlagenbauer überzeugte die Anleger mit einem überraschend guten dritten Quartal und einem optimistischeren Gewinnausblick.
Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric hatte nach einem starken dritten Quartal erneut seine Jahresziele erhöht. Die Anteilsscheine büßten gleichwohl anfängliche Gewinne ein und fielen am Ende um fast zwei Prozent. Das Quartal sei stark ausgefallen, die erhöhten Ziele lägen aber im Rahmen dessen, was sich der Markt zuletzt ohnehin schon erhofft habe, schrieb Analyst Phil Buller von der US-Großbank JPMorgan. Laut dem Experten droht zudem für die Übernahme des US-Softwarespezialisten PTC eine Kapitalerhöhung.
Unter den kleineren Werten aus der Schweiz setzten Aktien von DocMorris ihre Aufwärtsbewegung mit einem Plus von gut sieben Prozent fort. Sie reagierten damit auf positive Analystenstimmen nach der Präsentation der Geschäftszahlen am Vortag. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal das Wachstum deutlich beschleunigt.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/XAVIER GALIANA