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"Die sich fortsetzenden Angriffe entladen sich an den Finanzmärkten in wieder steigenden Energiepreisen", erklärte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran mit einer neuen militärischen Eskalation gedroht, falls Teheran sich nicht komplett an das Waffenruheabkommen halten sollte.
Der Euro-Stoxx-50 verlor zu Mittag 0,78 Prozent auf 5.866,43 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte um fünf Prozent hochgesprungen war und damit den höchsten Tagesgewinn seit Anfang März 2022 verbucht hatte. In Frankfurt fiel der DAX 1,26 Prozent auf 23.777,12 Punkte. Außerhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI um 0,34 Prozent auf 13.068,75 Punkte. Der britische FTSE 100 gab um 0,3 Prozent auf 10.576,57 Punkte nach.
Die Einzelsektoren entwickelten sich spiegelverkehrt zum Vortag, wenn auch mit weit geringeren Veränderungen. Verluste erlitten zyklische und von den Energiepreisen abhängige Sektoren. So gaben Autowerte und Aktien von Fluggesellschaften stärker nach.
Die Papiere der AUA-Mutter Lufthansa büßten fast vier Prozent an Höhe ein. Die Flugbegleiter der Lufthansa sind für diesen Freitag zu einem Streik aufgerufen. Der Ausstand ist von 00.01 Uhr bis 22.00 Uhr vorgesehen, wie die Gewerkschaft Ufo mitteilte. "Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt und München", hieß es.
Auf dem Technologiesektor lasteten unterdessen die Verluste des Schwergewichts SAP, das um knapp vier Prozent fiel. Die Softwarebranche leidet unter Sorgen vor einer Verdrängung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). JPMorgan-Analyst Toby Ogg wertete die Aussagen des Konzernchefs Christian Klein in der "Financial Times" als weiteren Beleg für die Veränderungen am Geschäftsmodell von SAP. KI ersetze Unternehmenssoftware zwar nicht, zwinge die Unternehmen aber, deutlich mehr zu tun.
Stärkste Gewinner waren dagegen die Ölwerte. Sie erholten sich damit von den Vortagsverlusten. Die Ölpreise hatten sich nach dem Vortageseinbruch nicht weiter abgeschwächt. "Wie nachhaltig die Entspannung bei den Energiepreisen ist, dürfte von den weiteren Verhandlungen abhängen", merkte Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei der ZKB, angesichts der anstehenden Gespräche zu einer längerfristigen Lösung des Iran-Krieges an.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND