Europas Börsen im Minus, Euro-Stoxx-50 verliert 0,56%

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Höhere Ölpreise drücken auf Aktienkurse
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Die europäischen Börsen haben sich am Donnerstagvormittag klar im Minusbereich präsentiert. Die fortdauernde Unsicherheit über den Nahost-Konflikt und steigende Energiepreise belasten weiterhin die Aktienkurse. Für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging es bis kurz nach zehn Uhr um 0,56 Prozent auf 5.873 Punkte abwärts. Der Frankfurter DAX verlor 0,37 Prozent auf 24.105 Einheiten. In London gab der FTSE-100 um 0,59 Prozent auf 10.415 Punkte nach.

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"Der Ölpreis und die Zinsen steigen wieder. Aktienkurse fallen", konstatierte ein Experte vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Normalisierung der Energiemärkte verschiebe sich immer weiter nach hinten. Der Schaden, den der Konflikt im Nahen Osten der Weltwirtschaft zufüge, werde von Tag zu Tag größer. "Die Geduld der Börsianer ist mehr und mehr aufgezehrt", so der Portfolio-Manager.

Auf Unternehmensebene galten die vorgelegten Geschäftszahlen als starke Kurstreiber. Am stärksten nach oben ging es in einer Branchenbetrachtung gegen den allgemein negativen Trend mit den Konsumgüterherstellern. Hier beflügelte das satte Kursplus von L'Oreal in Höhe von fast neun Prozent.

Der französische Kosmetikkonzern ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Auf vergleichbarer Basis und bei stabilen Währungskursen kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 7,6 Prozent auf 12,15 Mrd. Euro. Das Geschäft in China belebte sich spürbar, und auch das wichtige Luxusgeschäft wuchs.

Am schwächsten präsentierten sich erneut Titel aus der Reisebranche. Die Aktien von TUI und Ryanair büßten jeweils mindestens 2,3 Prozent an Kurswert ein. Die Papiere der AUA-Mutter Lufthansa sanken um 1,8 Prozent.

Unter den schwachen Techwerten kletterte die Aktie von STMicroelectronics um acht Prozent hoch. Eine Erholung der Nachfrage hat dem Chiphersteller zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. Trotz der unsicheren konjunkturellen Aussichten zogen die Auftragseingänge an und Kunden füllten ihre Lagerbestände wieder auf. Zum Jahresauftakt stiegen die Erlöse ohne Zukäufe um 21,4 Prozent auf 3,1 Mrd. Dollar (2,64 Mrd. Euro). Der operative Gewinn habe sich auf 70 Mio. Dollar mehr als verzwanzigfacht.

Nokia haben ihren Höhenflug mit einem deutlichen Anstieg fortgesetzt. Zuletzt gewann der Wert 8,4 Prozent und markierte damit neue 16-Jahres-Hochs. Die Aktie reagierte mit dem Anstieg auf die Zahlen zum ersten Quartal, die über den Erwartungen gelegen hatten. Analysten zeigten sich beeindruckt. Janardan Menon von Jefferies verwies auf die Bruttomarge, die deutlich besser als erwartet ausgefallen sei. Bei der Citibank betonte man den leicht besseren Umsatzausblick für das zweite Quartal.

Aktien von Nestle zogen sieben Prozent hoch. Der weltgrößte Nahrungsmittel-Hersteller hatte mit seinen Wachstumszahlen zum ersten Quartal die Erwartungen klar übertroffen. Laut der Bank Vontobel zeigt Nestle erste Anzeichen für eine Wiederbelebung des Mengenwachstums. Zudem treibe der Konzern die Straffung des Portfolios voran.

Volkswagen bremsten hingegen um 0,7 Prozent. Europas größter Autobauer senkt die Erwartungen an sein Chinageschäft. Der für die Region zuständige VW-Vorstand Ralf Brandstätter sagte dem "Handelsblatt", das Unternehmen rechne in der Volksrepublik mit einer Rendite von vier bis sechs Prozent bis Ende des Jahrzehnts. "Die Zeiten der Superrenditen sind vorbei", sagte Brandstätter. Auch beim Absatz nahm Volkswagen seine Prognose zurück. Brandstätter sagte, das Unternehmen gehe nun bis 2030 von einem Absatz von 3,2 Millionen Autos in China aus, statt 3,5 bis vier Millionen.

Renault-Aktien gewannen hingegen 2,4 Prozent. Der Autobauer hat im ersten Quartal trotz Logistikproblemen bei der Marke Dacia den Umsatz gesteigert. Ein besseres Finanzdienstleistungsgeschäft glich dabei Rückgänge bei den Dacia-Zulassungen aus. Der Konzernumsatz stieg um 7,3 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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