Europas Börsen gehen überwiegend tiefer aus ruhigem Handel

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Banken- und Versicherungswerte unter Druck
 © AFP, LUDOVIC MARIN, Apa
©AFP, LUDOVIC MARIN, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Europas wichtigste Börsen haben den Handel zur Wochenmitte überwiegend etwas tiefer beendet. Insgesamt hielten sich die Kursbewegungen allerdings in Grenzen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,37 Prozent auf 6.444,46 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX um 0,14 Prozent geringfügig tiefer bei 26.091,33 Zählern. Außerhalb der Eurozone stieg der FTSE-100 dagegen um 0,14 Prozent auf 10.743,35 Einheiten.

von

Im Fokus lag neben dem jüngsten Ölpreisanstieg die Entwicklung am US-Anleihenmarkt. Dieser reagierte mit sinkenden Renditen auf die unerwartete Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Der Schritt des Finanzministeriums signalisiert Besorgnis über den anhaltenden Ausverkauf am Markt, der die Renditen für 30-jährige Anleihen auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte.

"Diese Regierung braucht einen Erfolg, und vielleicht lässt sich dieser dadurch erzielen, dass sie künstlich versucht, die langfristigen Renditen für Staatsanleihen in Schach zu halten", sagte Jack McIntyre, Portfoliomanager bei Brandywine Global Investment Management. "Sie müssen etwas versuchen. Die Stimmung am langen Ende der Renditekurve ist weltweit so pessimistisch wie schon lange nicht mehr."

Mit Blick auf die europäischen Branchen waren angesichts der steigenden Rohöl- und Goldpreise am Mittwoch Aktien aus der Öl- und Rohstoffbranche gesucht. So legten TotalEnergies ein Prozent zu, BP-Aktien stiegen um 1,1 Prozent. Schwach zeigten sich Banken und Versicherer. Unter den größten Verlierern fanden nach schlechten Branchenvorgaben der asiatischen Börsen auch Halbleitwerte. Im DAX zählten die Papiere von Infineon mit einem Kursrückgang von vier Prozent zu den größten Verlierern.

Quartalsergebnisse meldete am Mittwoch DocMorris. Die Aktien der Online-Apotheke gaben trotz guter Halbjahreszahlen und eines angehobenen Ausblicks zunächst nach und arbeiteten sich dann aber wieder zurück in die Gewinnzone (plus 3,8 Prozent). Zwar habe die Online-Apotheke im ersten Halbjahr einen Schritt in Richtung Rentabilität in der zweiten Jahreshälfte gemacht, schrieb Analyst Martin Comtesse von der US-Bank Jefferies. Er verwies allerdings darauf, dass die außerordentlichen Kosten auf Jahressicht stark gestiegen seien. Grund sei unter anderem eine Restrukturierung im Zusammenhang mit der Nutzung von KI.

Im Nahrungs- und Getränkesektor verloren Aktien von Carlsberg 2,1 Prozent. Der dänische Bierproduzent hatte Zahlen zum ersten Halbjahr mitgeteilt, die von den Analysten der kanadischen RBC als enttäuschend bezeichnet wurden.

Impulse könnte noch die am Abend nach Börsenschluss in Europa anstehende Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle zur vergangenen Zinsentscheidung der US-Notenbank liefern. Die sogenannten "Minutes" könnten Aufschluss über die Diskussionen innerhalb des Offenmarktausschusses der Notenbank liefern, schreiben die Analysten der Helaba.

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages