Deutsche Exporte sanken im Juli überraschend

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Einfuhren ebenfalls rückläufig
 © DPA, Sina Schuldt, Apa
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Die Erfolgsserie der deutschen Exporteure ist im Juli wegen der schwächeren Nachfrage aus Europa und China gerissen. Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge sanken die Ausfuhren erstmals wieder - um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 138,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit Juli 2025 zogen die Exporte aber um 6,1 Prozent an.

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"Die Exportindustrie ist nicht mehr der Bremsklotz der deutschen Wirtschaft - aber auch noch nicht ihr Zugpferd", sagte der Leiter Volkswirtschaft der Fondsgesellschaft Union Investment, Michael Herzum. "Positive Überraschungen sind im zweiten Halbjahr möglich - ein Exportboom aber nicht." Ähnlich sieht das der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). "Von einem stabilen Aufschwung der deutschen Exportwirtschaft kann noch keine Rede sein", sagte dessen Präsident Dirk Jandura. Die deutsche Außenwirtschaft zeige zwar Widerstandskraft, was aber allein nicht reiche. "Die Politik muss durch grundlegende Reformen den Standort stärken und die Unternehmen entlasten", forderte Jandura.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli Waren im Wert von 78 Milliarden Euro und damit 1,6 Prozent weniger als im Vormonat exportiert. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro geliefert, ein Plus von 19,1 Prozent. Das deutsche China-Geschäft brach dagegen um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ein. "Eine eher schwache Weltkonjunktur, aber auch eine immense Zunahme chinesischer Konkurrenz setzen deutsche Exporteure unter Druck", sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. "All das führt zu einem Exportminus."

Eine starke Nachfrage nach KI-Produkten und Autos hat Exportweltmeister China im August erneut ein kräftiges Wachstum beschert. Die Ausfuhren der Volksrepublik stiegen zum Vorjahresmonat um 25 Prozent, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Chinas Fokus auf den Export zur Auslastung seiner industriellen Kapazitäten birgt jedoch die Gefahr von Handelskonflikten. Sowohl die USA als auch die Europäische Union fordern von Peking, zum Schutz der eigenen Wirtschaft vor einer Schwemme billiger Konkurrenzprodukte gegenzusteuern.

Auch die deutschen Importe gingen im Juli zurück, und zwar um 5,7 Prozent zum Vormonat auf 116,9 Milliarden Euro. Ein Grund: Die Einfuhren aus China nahmen um 7,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro ab. Die deutsche Handelsbilanz - Exporte minus Importe - wies ein Plus von 21,3 Milliarden Euro auf.

Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Belebung ab: Ein starkes Europageschäft und der KI-Boom lassen die deutschen Exporteure so optimistisch nach vorn blicken wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg im August deutlich auf plus 9,6 Punkte, von minus 2,8 Zählern im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. Damals begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es ist zugleich der kräftigste Anstieg seit mehr als sechs Jahren. "Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Digitalisierung und KI-Boom helfen demnach der heimischen Industrie, da für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt ist.

BREMERHAVEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Sina Schuldt

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