Deutsch-österreichische Handelsbeziehungen wieder erholt

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Felbermayr: "Wir brauchen mehr Tempo"
 © DPA, Michael Kappeler, Apa
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Nach zwei Jahren rückläufiger Ergebnisse haben sich die deutsch-österreichischen Handelsbeziehungen im vergangenen Jahr wieder erholt. Das bilaterale Handelsvolumen ist um 4,1 Prozent auf 134,1 Mrd. Euro gestiegen, wie die Deutsche Handelskammer in Österreich (DHK) mit Verweis auf Daten des deutschen Statistischen Bundesamts (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Diese Entwicklung dürfe aber nicht täuschen: "Das bestenfalls zarte Pflänzchen der Konjunkturbelebung" sei in Gefahr.

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"Die wirtschaftlichen Beziehungen sind stabil und die Außenhandelszahlen haben sich zuletzt wieder leicht erholt", betonte der DHK-Präsident in Österreich, Hans Dieter Pötsch, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wifo-Chef Gabriel Felbermayr. Die deutschen Exporte nach Österreich nahmen demnach um 4,5 Prozent auf knapp 80 Mrd. Euro zu. "Österreich ist damit wieder auf Rang sieben der wichtigsten Absatzmärkte Österreichs vorgerückt", so Pötsch. Die deutschen Importe aus Österreich wuchsen unterdessen um 4,7 Prozent auf 54,1 Mrd. Euro.

Aber das Umfeld habe sich "grundlegend verändert", sagte Pötsch mit Verweis auf die sinkenden Exportzahlen in die USA und China sowie geopolitischen Spannungen. "Die Weltwirtschaft ist nicht mehr so stabil, wie wir sie lange kannten" und Deutschland droht ins Hintertreffen zu geraten. Der DHK-Österreich-Präsident drängte auf mehr Tempo beim Abbau der Bürokratie, bei der Umsetzung von Innovation und auf moderne Bildungssysteme zur gezielten Ausbildung von Fachkräften. "Europa muss wirtschaftlich stärker in den Mittelpunkt rücken", forderte Pötsch. Es brauche einen "klaren Fokus auf Wachstumsmärkte" und Handelsabkommen.

"Zeitalter der Reformen"

Ähnlich äußerte sich Felbermayr. Wichtig sei, dass Deutschland und Österreich mit ähnlichen Problemen gemeinsam Druck machen, sagte der Wifo-Chef. "Wir wissen, was zu tun ist", so Felbermayr im Hinblick auf den Bericht von Ex-EZB-Chef Mario Draghi zur EU-Wettbewerbsfähigkeit: "Wir brauchen mehr Tempo." Die wirtschaftliche Situation in Deutschland und Österreich sei schwach, es gehe aber anders in der Eurozone - wie man in Italien sehe, erklärte der Ökonom. Als Grund nannte er den hohen Anteil des Automotive-Sektors in beiden Ländern, der allen voran durch die US-Zölle stark geschwächt wurde.

Große Sorgen bereitet ihm auch der durch den Iran-Krieg verursachte Energiepreisschock. Die Politik müsse sich dringend über die steigenden Gaspreise in der Industrie Gedanken machen. Anders als etwa in Frankreich sei Strom und Gas in Deutschland sowie Österreich durch das Merit-Order-System stark miteinander verknüpft.

Die akut wichtigste Maßnahme sei eine ganze "Reformagenda", betonte Felbermayr. "Das muss nicht alles am 1. Mai in Kraft treten", so der Ökonom. Aber es brauche ein "Zeitalter der Reformen" und vor allem Investitionen.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Michael Kappeler

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