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Das IMD-Wettbewerbsranking, das seit 1989 jährlich erscheint, analysiert Volkswirtschaften nach den vier Hauptkategorien ökonomische Entwicklung, Effizienz der öffentlichen Verwaltung, betriebliche Effizienz und Infrastruktur. Das Rankingergebnis ergibt sich zu zwei Drittel aus statistischen Indikatoren und zu einem Drittel aus Umfragedaten.
Der vorjährige IMD-Spitzenreiter Schweiz verlor zwei Plätze und landete auf Rang 3. Das Land mit der besten Wettbewerbsfähigkeit ist heuer Singapur, gefolgt von Hongkong. Die USA verbesserten sich um drei Plätze auf Rang 10 und China kletterte um vier Plätze auf Rang 12.
Österreichs Nachbarländer fielen im Wettbewerbsranking zurück. Deutschland verlor vier Plätze und landete auf Rang 23, vor Tschechien (-8 auf Platz 33), Italien (-2 auf Rang 45), Slowenien (-3 auf Platz 49), Ungarn (-3 auf Rang 51) und Slowakei (unverändert Platz 63). Auf Rang 70 und damit dem letzten Platz des Rankings landete Venezuela.
Die Industriellenvereinigung (IV) ist über den Ranking-Rückfall besorgt. "Das aktuelle IMD-Ranking ist daher kein Ausreißer, sondern ein weiterer Weckruf, entschlossen an den Standortschrauben zu drehen", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer bei einem Hintergrundgespräch. Österreich verfüge "weiterhin über große Stärken, insbesondere bei Wissenschaft und Infrastruktur", verliere aber "bei der staatlichen Effizienz an Wettbewerbsfähigkeit". In den Teilkategorien des Rankings landete Österreich bei Ökonomischer Entwicklung auf Rang 39, bei Effizienz der öffentlichen Verwaltung auf Platz 43, bei Betrieblicher Effizienz auf Rang 33 und bei Infrastruktur auf Rang 13.
Besonders kritisch sieht die IV das Abschneiden Österreichs im Bereich Effizienz der öffentlichen Verwaltung. "Bürokratie, regulatorische Komplexität und hohe Abgaben sind hausgemachte Standortnachteile. Hier haben wir es selbst in der Hand, gegenzusteuern und die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.
Starke positive Impulse für den Standort erhofft sich die Industriellenvereinigung von der Industriestrategie, die von der ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierung vor einem halben Jahr vorgestellt wurde. "Entscheidend wird aber sein, wie rasch die angekündigten Maßnahmen tatsächlich bei den Unternehmen ankommen", so der Industrie-Vertreter.
Für die Standortpolitik schlägt die IV noch eine andere Maßnahme vor: Die IV würde gerne mehr Unternehmer-Persönlichkeiten, die Kapital und Know-how nach Österreich bringen, aus Staatsinteresse einbürgern. Es gebe Interesse dafür, sagte der IV-Generalsekretär. Details zu den Personen wollte er nicht nennen.
Eine Staatsbürgerschaftsverleihung im besonderen Interesse der Republik Österreich ermöglicht eine Einbürgerung oft unter Beibehaltung der bisherigen Staatsbürgerschaft für Investoren und Unternehmer, deren Wirken dem Land außergewöhnliche Vorteile bringt. Der Beschluss erfolgt unmittelbar durch den Ministerrat.
IV-Ökonom Christian Helmenstein hat die im Zeitraum 2021 bis Juli 2025 erfolgten 171 Staatsbürgerschaftsverleihungen aus "besonderem Interesse der Republik" analysiert. Jeweils rund ein Drittel der Einbürgerungen entfiel auf Personen aus der Wissenschaft und dem Sport, rund ein Fünftel auf die Kunst, 9 Prozent auf die Wirtschaft und 5 Prozent auf die öffentliche Verwaltung. Die Staatsbürgerschaftsverleihungen im Bereich Wirtschaft seien fast ausschließlich Geschäftsführer gewesen, keine Gründer oder Unternehmer, erklärte Helmenstein. Als Vorbild in diesem Bereich sieht der IV-Generalsekretär Inselstaat Irland. Für Einbürgerungen aus besonderem Interesse gebe es in Irland einen transparenten Kriterien-Katalog, der unter anderem das "Grund-Commitment" für Investitionen und charakterliche Eignung umfasst.
"Das ist das schlechteste Ergebnis, das Österreich jemals hatte. Deutlicher kann man das wirtschaftspolitische Versagen dieser Koalition nicht dokumentieren", schreibt FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm in einer Aussendung. Österreich falle bei Inflation, Wirtschaftswachstum, Risikokapital, Unternehmensgründungen sowie bei Budgetdefizit und Verschuldung zurück. "Das liegt genau an den Strukturproblemen, die diese Bundesregierung nicht reformieren will. Sie redet sich stattdessen nur auf externe Schocks wie Kriege oder Pandemien aus", kritisierte Kolm.