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Anfangs konnte man mit dem Begriff "ESG" - die Abkürzung ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (etwa: Unternehmensführung) - noch verkaufen, mittlerweile habe sich der Markt und auch das Argument für die nachhaltige Anlage gewandelt. Die Notwendigkeit, etwas für die Umwelt zu tun, werde zunehmend bedeutender als die moralische Komponente, etwas Gutes tun zu wollen. Zudem rücke die Performance stärker als Verkaufsargument in den Fokus. "Die Performance ist am Ende das Wichtigste", so Hatak. Es sei aber auch legitim, "etwas Gutes zu tun und auch davon zu profitieren".
Der FNG-Bericht umfasst für Österreich nachhaltige Anlagen in Höhe von 139,8 Mrd. Euro. Der Großteil davon (78,8 Mrd. Euro) entfällt auf Publikumsfonds, der Rest verteilt sich unter anderem auf Spezialfonds, Eigenanlagen und Kundeneinlagen der Banken.
Während nun andere Gründe für die nachhaltige Anlage stärker betont werden als früher, bleiben die Anlagestrategien der Asset Manager relativ gleich. Ausschlusskriterien, ESG-Integration und ein Best-in-Class-Ansatz zählten weiterhin zu den meist genutzten Strategien, meist kommt ein Mix aus fünf und mehr Strategien zum Einsatz, wie aus den Österreich-Zahlen im FNG-Bericht hervorgeht. ESG-Integration bezeichnet laut FNG die explizite Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in die traditionelle Finanzanalyse. Bei den Ausschlusskriterien wurden im Vergleich zum Vorjahr Verstöße gegen Menschen- und Arbeitsrechte, Tabak und fossile Energieträger deutlich häufiger angewendet.
Das Produktangebot wurde zudem bei über der Hälfte der vom FNG befragten Banken und Asset Manager ausgeweitet. Die Nachhaltigkeitsrichtlinien wurden ebenfalls bei mehr als 50 Prozent angepasst, bei 40 Prozent davon wurden die Richtlinien strenger. Nur 13 Prozent haben ihr Ambitionsniveau verringert. Für das heurige Jahr rechnen mehr als ein Drittel der Befragten mit einem Wachstum bei den nachhaltigen Geldanlagen um bis zu 10 Prozent. Mehr als 50 Prozent erwarten eine Stagnation. Für die Erhebung zum Produktangebot, Richtlinien und Wachstum wurden 77 Unternehmen - beispielsweise Banken oder Asset Manager - in Deutschland und Österreich befragt, davon waren 20 aus Österreich.