Creditreform: Minus bei Firmenpleiten, Anstieg bei Privaten

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Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer
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Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist im ersten Halbjahr gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr 2025 zurückgegangen. Das Niveau bleibt aus Sicht der Gläubigerschützer von der Creditreform aber "historisch hoch", hieß es am Donnerstag. Bei den Privatinsolvenzen habe es nach einem fast eineinhalbjährigen Rückgang im Juni und Juli dagegen einen starken Anstieg gegeben. Grund seien ausgelaufene Sonderregeln aus der Coronazeit.

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Im Juni 2026 stieg die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren um 47,7 Prozent, im Juli waren es sogar fast 69 Prozent. "Der plötzliche Anstieg der Privatinsolvenzen ist nicht zwingend Ausdruck der finanziellen Belastung vieler Haushalte, sondern lässt sich mit dem Auslaufen der besonders einfachen und schnellen Entschuldungsmöglichkeit für Privatpersonen erklären", erklärte Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer in einer Aussendung.

Im gesamten ersten Halbjahr (Jänner bis Juni) gab es demnach knapp über 5.000 Privatinsolvenzen. Das sind 5,2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor und entspreche pro Werktag rund 42 beantragten Schuldenregulierungsverfahren. Die Zahl der dann auch eröffneten Verfahren stieg um 5,8 Prozent, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzverfahren gingen um 1,7 Prozent zurück.

Die Zahl der Firmenpleiten ging im Periodenvergleich um 1,6 Prozent zurück. In der ersten Jahreshälfte wurden 3.443 Unternehmen zahlungsunfähig. Davon wurden 1.459 mangels Vermögens abgewiesen, was einem Zuwachs um 9,0 Prozent entspricht. Unter den eröffneten Insolvenzen gingen die Konkursverfahren deutlich zurück, während die Sanierungsverfahren deutlich mehr wurden.

Die Bauwirtschaft bleibt laut Creditreform das "Sorgenkind". Auf 1.000 Unternehmen habe es 19 Insolvenzen gegeben, insgesamt gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres 458 Baufirmen pleite. Die in absoluten Zahlen meisten Insolvenzen gab es mit 573 Stück in der Branche der "unternehmensbezogenen Dienstleistungen", die Insolvenzquote war mit 23,3 Pleiten pro tausend Unternehmen im Bereich "Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" am höchsten.

Im Jahresvergleich den stärksten Zuwachs gab es in Vorarlberg (plus 37,5 Prozent), gefolgt von Kärnten (plus 13,3 Prozent). Einen merklichen Rückgang gab es mit fast vierzig Prozent in Tirol, gefolgt von Salzburg (minus 17,9 Prozent). In Wien (1.313 Pleiten) gab es kaum eine Veränderung zum Vorjahr, die Bundeshauptstadt hat mit 15,9 pro 1.000 aber die höchste Insolvenzquote. Am niedrigsten ist diese in Tirol (4,6).

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Creditreform

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